Gute Laune, schönes Wetter, viel Schnee, gute Ausrüstung und - ganz wichtig - entsprechende Schutzvorkehrungen, um im Falle eines ungewollten Sturzes sich weiter am Wintersport erfreuen zu können.
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Rauf auf die Piste, rein ins Vergnügen
Aktive und passive Sicherheit werden groß geschrieben
München. Er kann Leben retten, er ist Erkennungszeichen auf der Piste, und er sieht auch noch gut aus: der Skihelm. Ihn zu tragen ist zwar nur in einzelnen Regionen vorgeschrieben - aber kluge Skifahrer und Snowboarder setzen freiwillig auf den Kopfschutz. Experten vom Tüv Süd fassen zusammen, worauf bei Auswahl und Anwendung von Skihelmen zu achten ist.
Zeit nehmen bei der Suche: Er kann im Falle eines Unfalls schwere Kopfverletzungen verhindern und Leben retten. Wer sich auf die Suche nach einem Skihelm macht, sollte sich deshalb ausreichend Zeit nehmen. Der Helm muss optimal passen - sonst kann er seine Schutzwirkung nicht erfüllen. Deshalb: Alle Verstellmöglichkeiten, Gurte und Verschlüsse schon im Laden mit Hilfe des Fachverkäufers individuell anpassen. Beachten sollte man außerdem Gewicht, Einstellmöglichkeiten, Klimaregulierung, abnehmbare Ohrenpads und waschbares Innenfutter.
Ausrüstung muss gefallen: Aber nicht nur Passform und Komfort müssen überzeugen, sondern auch das Design. Denn nur wenn die Schutzausrüstung gefällt, wird sie auch auf der Piste getragen - insbesondere für Kinder und Jugendliche ist das ein wichtiger Aspekt.
Skibrille: Wer eine Skibrille oder Sportsonnenbrille benutzen will, sollte sie zum Helmkauf mitnehmen - nur so lässt sich testen, ob die beiden Utensilien zusammenpassen. Man sollte aber beachten, dass manche Brillen nicht in den Helmausschnitt passen, manche Brillenbänder für die Benutzung mit Helm zu kurz ausfallen. Im Optimalfall soll die Brille oben mit dem Helm abschließen, aber nicht auf die Nasenwurzel drücken.
Zwei Helmtypen: In Europa muss jeder Helm die Norm EN 1077 erfüllen. Dabei werden zwei Helmtypen unterschieden: Helme der Klasse A umschließen mit der Helmschale auch den Ohrenbereich und bieten mechanisch etwas mehr Schutz. Helme der Klasse B decken in der Regel etwas weniger Fläche ab, bieten dafür aber eine etwas bessere Belüftung und mehr Tragekomfort.
Prüfzeichen: Gute Orientierung bei der Suche bietet das Tüv-Süd-Oktagon. Auf dem Weg zum Prüfzeichen müssen Helme umfangreiche Tests bestehen. Die wichtigsten Kriterien sind das Stoßdämpfungsvermögen, die Durchdringungsfestigkeit, die Festigkeit sowie die Wirksamkeit der Trageeinrichtung, denn der Helm soll beim Sturz auf dem Kopf bleiben und seine Lage dabei nicht verändern. Geprüft wird, ob Kinnschloss und Kinnriemen funktionieren, ob die wichtigsten Teile des Kopfes geschützt sind - und ob der Helmträger dabei freie Sicht hat. Zudem werden Kennzeichnung der Helme und Bedienungsanleitungen unter die Lupe genommen.
Nach Sturz ausrangieren: Gestürzt, auf den Helm gefallen und alles gut überstanden? Dann muss der Helm ausrangiert werden, auch wenn er äußerlich keinen Schaden zeigt. Denn die Helme sind in der Regel so konstruiert, dass sie den ersten Stoß optimal abdämpfen, bei weiteren Stößen kann die Schutzwirkung aber nachlassen. Nur so ist es möglich, wirklich leichte und komfortable Helme zu konstruieren.
Helm immer mitnehmen: Auch der geprüfte Skihelm kann nur schützen, wenn er auch auf dem Kopf getragen wird. Deshalb gehört der Helm auf die Checkliste für Ski- oder Snowboard-Ausflüge. Und vor jedem Start und nach jeder Pause sind der Helmgurt bzw. Kinnriemen zu schließen.
Nicht in die Sonne legen: Für die An- und Abreise zur Piste gilt: Den Helm nicht auf die Hutablage des Autos legen. Denn zu viel Sonneneinstrahlung oder zu große Hitze können auf Dauer die Schutzwirkung beeinträchtigen.
Begrenzte Lebensdauer: Grundsätzlich liegt die Lebensdauer eines Skihelms bei drei bis fünf Jahren. Dann sollte er ausgetauscht werden. Viele Hersteller bieten für den Ersatzkauf übrigens günstige Konditionen an. (rt)
Gefährlicher Wintersport
Von allen tödlichen Sportunfällen in den Ländern der Europäischen Union ereignen sich 14 Prozent beim Wintersport. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind es bei Kindern sogar 30 Prozent.
Mehr als 400.000 verunglückte Wintersportler werden jährlich in europäischen Krankenhäusern behandelt, weiß die Allianz-Versicherung. Besonders schwere Folgeschäden können durch Kopfverletzungen auftreten, die laut EU-Statistik bei 11 Prozent der Skiunfälle entstehen. Das Tragen von Helmen und eine defensive Fahrweise auf der Piste können schwere Verletzungen vermeiden helfen.