Die Erfrischung birgt auch Gefahren

Baden in Binnengewässern birgt Risiken

Marburg. Sommerzeit ist Badezeit und an heißen Tagen herrscht in Schwimmbädern und Stränden ein herrliches Getümmel. Jede und jeder sollte dabei auf die eigene Sicherheit achten und wachsam für eventuelle Nöte anderer Badegäste sein. Denn trotz aller Warnungen ertrinken jedes Jahr Menschen beim Baden - je wärmer der Sommer desto mehr. Insgesamt sind laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im vergangenen Jahr 410 Menschen in deutschen Gewässern ertrunken. 343 Menschen verloren in Flüssen, Seen und Kanälen ihr Leben. Ohne die Rettungsschwimmer würde die Statistik noch viel schlechter aussehen, denn die ehrenamtlich tätigen Helfer haben im vergangenen Jahr 457 Menschen - oft in letzter Minute - vor dem Ertrinken bewahrt.

Unbewachte Binnengewässer sind die Gefahrenquelle Nummer eins. "Das Risiko, dort zu ertrinken, ist um ein Vielfaches höher als an von Rettungsschwimmern bewachten Badestellen oder in den Schwimmbädern", warnt DLRG-Generalsekretär Ludger Schulte-Hülsmann. Nach Angaben der DLRG sind 80 Prozent aller tödlichen Badeunfälle vermeidbar. Leichtsinn, Übermut, schlechte Schwimmfähigkeit, Selbstüberschätzung und Unkenntnis über mögliche Gefahren sowie Alkohol sind die häufigsten Ursachen. Bei kleinen Kindern kommt die mangelhafte Wahrnehmung der Aufsichtspflicht durch die Erziehungspersonen hinzu.

Und gerade für kleinere Kinder kann das Badevergnügen zur tödlichen Gefahr werden. Ertrinken gehört bei Vorschulkindern zu den häufigsten Todesarten. "Ich kann schon schwimmen", sagen Kinder gern, sobald sie ein paar Schwimmzüge beherrschen. Doch Eltern dürfen ihre Kinder nicht überschätzen: Auch mit dem "Seepferdchen"-Abzeichen sind sie noch lange keine geübten Schwimmer. Auf den planschenden Nachwuchs müssen sie daher immer noch ein wachsames Auge haben - besonders im Urlaub am Pool, Meer oder an der See. Zur Sicherheit sollten die Seepferdchen-Kinder dort laut Aktion "Das Sichere Haus" weiterhin zumindest Schwimmflügel tragen. Erst mit dem Jugendschwimmabzeichen Bronze sind die Kinder im Wasser einigermaßen sicher unterwegs.

Besondere Vorsicht ist für eine weitere Altersklasse geboten. Laut DLRG steigt die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken bei den Über-50-Jährigen seit zehn Jahren kontinuierlich an: 225 Todesopfer registrierte die DLRG im vergangenen Jahr in der höheren Altersklasse , das ist ein Anteil von 55 Prozent. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Mehr als die Hälfte der älteren Menschen können laut DLRG nur schlecht oder gar nicht schwimmen, da es in ihrer Kindheit und Jugend viel weniger Schwimmbäder gab als heute. Einige leiden unter nicht erkannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die sich bei der Anstrengung im Wasser bemerkbar machen können. Wiederum andere überfordern sich durch einen falsch verstandenen Fitnessgedanken. (dgk/pl)

 
erschienen am 20.07.2012 ( Von Heike Stahlhut )
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