Akkurater Schnitt: Bobs liegen nach wie vor voll im Trend.
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Die Goldenen 20er sind zurück
Frauen, die mit der Mode gehen wollen, sollten sich einen akkurat geschnittenen Bob zulegen
Köln. Akkurater Bubikopf oder sportlicher Undercut: Die Haarmode der kommenden Monate ist facettenreich. Ein großes Thema des Frühlings und Sommers werden aber vor allem die frechen Schnitte der 20er-Jahre sein. "Die emanzipierte Frau im Hosenanzug trägt einen grafischen Look", erklärt Franz-Josef Küveler, Art-Director beim Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks in Köln. Gemeint ist damit der sehr genau und auf Linie geschnittene Bob. Er kann einen Pony haben, muss aber nicht.
Ein weiteres Trendbeispiel kommt aus Hollywood: Der Pixie-Schnitt der Schauspielerin Anne Hathaway war dort das Beispiel der vergangenen Monate - und er wird jetzt erst richtig modisch. Die Haare sind radikal kurz geschnitten, der Scheitel wird meist asymmetrisch frisiert. Alternative Kurzhaarschnitte haben längeres Deckhaar über kurzen Stoppeln. "Der Undercut ist nicht mehr wegzudenken", sagt Friseurmeister Küveler. Die Frauen tragen das Deckhaar häufig so lang wie bei einem Bob. Das Besondere ist nun, dass der Undercut zweifarbig sein sollte. Das Deckhaar ist dunkel, die Spitzen sind heller.
Spiel mit Farbe: Hellere Nuancen werden in die Spitzen gemalt.
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Allerdings werde nicht übertrieben mit der Farbe - die Frisuren sollen edel und exklusiv wirken. Menschen möchten nicht völlig anders aussehen. Sie wollen in erster Linie ihren Typ unterstreichen, sind sich die Experten sicher. Als Gegentrends zu den kurzen und sehr akkurat geschnittenen Frisuren werden fransige Schnitte erwartet, die leicht wirken, sowie Locken in allen möglichen Variationen.
Wer langes Haar hat, trägt es im Sommer selten offen: Auf Frauenköpfen wird nach wie vor viel geflochten. Wie wäre es, kleine Zöpfe in einen Pferdeschwanz einzuarbeiten oder um den Zopf zu wickeln?", schlägt Sascha Breuer, Trendexperte für Wella, vor. Eine weitere Trendfrisur geht so: Die Haare zu einem Pferdeschwanz binden. Vom Schopf zwei dünne Strähnen nehmen, um den Gummi wickeln und wie eine Schleife verknoten. Der Pferdeschwanz lässt sich entweder sportlich am Hinterkopf oder edel im Nacken tragen. "Alles ist erlaubt - vor allem in Kombination mit Tüchern wirkt diese Frisur sommerlich", sagt der Trendkenner. Für den Abend rät der Berliner Friseurmeister Udo Walz den Frauen zu einer Hochsteckfrisur - auch mit geflochtenen Partien. "Flechtungen in allen Varianten sind wunderbar", so der Experte. Im Stil der 70er-Jahre darf es auch in Richtung "Big Hair" gehen: Die Mähne wird am Ansatz toupiert und wellt sich unten leicht.
Vielfältige Zöpfe: Gretchenfrisur für romantische Stunden.
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Für Frauen, die es länger mögen, halten die Friseure in dieser Saison einen Criss-Cross-Schnitt bereit, für den das schulterlange Haar gleichmäßig durchgestuft wird. Antonio Weinitschke, Creativ-Director Damen beim Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks, empfiehlt dazu "wilde kreative Locken mit vielen Blondtönen". Wer die Haare noch länger tragen möchte, könnte nach dem Vorbild von Schauspielerin Sarah Jessica Parker daherkommen. Dabei bleiben die Ansätze glatt, Längen und Spitzen werden in weich fließende Wellen gelegt. "Das bringt einen mädchenhaften Style", sagt Weinitschke. Eine abgestufte Farbgebung sorgt zusätzlich für Abwechslung und Aufmerksamkeit.
Für alle Frisuren gelte, die Haare müssen glänzen. Der Tipp des Experten lautet, sie richtig zu föhnen. "Dabei den Luftstrom des Haartrockners zum Schluss noch einmal von oben auf das Haar richten", erläutert Breuer. "Dadurch beruhigt sich die Haaroberfläche, und es entsteht ein glamouröser Glanz."
Models präsentieren die aktuellen Frisurentrends für Männer des Zentralverbandes des deutschen Friseurhandwerks.
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Die Haarfarben sind im Frühjahr und Sommer traditionell etwas heller. Aber nicht bei den Blondtönen: Extrem helle Nuancen wie Wasserstoffblond oder Weiß seien tabu, sagen die Experten. Stattdessen sollte man lieber mit Strähnen oder Glanztönungen die natürliche Haarfarbe unterstützen. Daneben liegen Kupfertöne im Trend. Reflexe lassen sich gut mit einem Pinsel ins Haar malen. "Ein Beispiel für ein schönes Farbspiel im Haar ist Schokobraun fürs Deckhaar und zwei verschiedene Nuancen wie Tabak oder Bernstein für die Spitzen", sagt Udo Walz.
Bei den Männern darf es laut Friseurmeister Küveler im Nacken ruhig wieder länger werden. Radikal rasierter Military-Look ist out. "Längere Haare sind aktuell, mit volleren Texturen", sagt der Creativ Director Herren, Klaus-Dieter Kaiser. Vom kurz geschnittenen Pony á la Mr. Spock bis zum fluffigen Cross-Schnitt und Strubbelkopf ist vieles möglich. Für Udo Walz trägt der Fußball-Profi David Beckham die Trendvariante des Undercuts - im Stil der 20er-Jahre, zumeist mit Seitenscheitel.
Unverwüstlicher Bob
In der klassischen Form wird der Bob etwa kinnlang geschnitten. Er ist eine der beliebtesten Frisuren der Welt. Als Trendfrisur setzte sich der Bob in den 1920er-Jahren durch. Doch schon im alten Ägypten trugen sowohl Frauen als auch Männer eine ähnliche Pagenfrisur.
Der Friseur Vidal Sassoon erfand 1963 eine vereinfachte Variante des Garçon-Schnitts, die heute als klassischer Bob bezeichnet wird. Die Frisur wurde weltweit in Modemagazinen abgebildet und löste einen wahren Bob-Boom aus. Berühmt wurde er wegen seines präzisen Schnitts, der die Haare immer wieder unkompliziert in die ursprünglich frisierte Position zurückfallen ließ. Ein schräg geschnittener Pony und ausgefranste Seitenpartien sind zwei aktuelle Varianten des klassischen Bobs. (dpa)