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Eine Tante für alle Fälle
Mit der Patenschaft übernimmt man Verantwortung für ein Kind - Zeit ist wichtiger als Geschenke
Hannover/Saarbrücken (dapd). Pate zu werden, erfüllt viele Menschen mit Stolz. Sie sind bei der Taufe des Kindes dabei, überreichen ein schönes Geschenk und tragen vielleicht die Taufkerze. Wie sie das Amt dann allerdings weiter ausfüllen sollen, wissen die meisten nicht so genau. "Wer eine Patenschaft übernimmt, sollte eine Beziehung zum Kind aufbauen", sagt Malte Schophaus, Autor des Buches "Pate stehen".
Das setze eine gewisse Verbindlichkeit voraus. "Pate zu sein, heißt, Verantwortung für ein Kind zu übernehmen", betont der Psychologe aus Hannover. Die Aufgabe gehe über das jährliche Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk hinaus: "Viel wichtiger ist es, Zeit mit seinem Patenkind zu verbringen."
Im Idealfall entstehe eine besondere Beziehung zwischen Pate und Kind. "Kinder können dadurch eine weitere Bezugsperson außerhalb der eigenen Familie dazugewinnen", sagt Schophaus. Deshalb sollte die Wahl der Paten wohlüberlegt sein. Oft fragten die Eltern ihre eigenen Geschwister oder andere Verwandte, berichtet der evangelische Pfarrer Wolfgang Dorp. "In Zeiten großer Mobilität erhoffen sich viele, dass der Kontakt zum Bruder oder zur Schwester konstanter und verlässlicher bleibt als zu Freunden", sagt der Theologe aus Saarbrücken.
Vor der Taufe sei es wichtig, dass sich Eltern und potenzielle Paten darüber verständigen, was sie sich unter der Aufgabe vorstellen. "Paten sind deshalb oft beim Taufgespräch dabei", erzählt Pfarrer Dorp. Beide Seiten sollten ähnliche Vorstellungen von dem Amt haben. Sind die Erwartungen sehr unterschiedlich, sei es ehrlicher, die Patenschaft abzulehnen, schlägt Malte Schophaus vor. Auch wenn das Verhältnis zu einem der beiden Elternteile nicht gut ist, sollte man lieber nicht Pate des Kindes werden, sagt der Psychologe.