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Foto: Daniel Karmann/dpa

Sachsen hat bundesweit die wenigsten Kaiserschnitte

Eine Krankenkasse unterstützt Kliniken, die natürliche Geburten fördern. Das hat nicht nur finanzielle Gründe.

Von Stephanie Wesely (mit dpa)
erschienen am 20.03.2017

Chemnitz. Ein Kind zur Welt zu bringen, ist ein großes Glück. Doch fast jede dritte Frau in Deutschland tut dies nicht mehr auf natürlichem Weg, sondern entbindet per Kaiserschnitt. In den wenigsten Fällen geschehe dies nach Meinung von Experten aus medizinischen Gründen. Viel öfter sei es der Wunsch der Frauen, möglichst schmerzfrei zu gebären und den Zeitpunkt der Geburt selbst bestimmen zu können.

Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) hat Sachsen die niedrigste Kaiserschnittrate aller Bundesländer. So kamen vergangenes Jahr 23 Prozent aller Kinder per Kaiserschnitt zur Welt; im Saarland zum Beispiel waren es 38 Prozent. Warum sich die Frauen in Sachsen in so großer Anzahl für eine natürliche Geburt entscheiden, hat offenbar historische Gründe: "Es ist Tradition aus DDR-Zeiten, und die Kliniken haben durch die größere Zahl an Geburten auch mehr Erfahrung", sagt Professor Uwe Köhler von der Frauenklinik am Sankt-Georg-Krankenhaus in Leipzig.

Doch auch die Krankenkassen haben ein Interesse, die Anzahl der Kaiserschnitte möglichst gering zu halten - schon aus Kostengründen: Laut Hebammenverband kostet eine natürliche Geburt inklusive drei bis fünf Tagen Klinikaufenthalt zwischen 1500 und 2100 Euro. Für einen Kaiserschnitt müssen die Kassen zwischen 2500 und 5400 Euro an die Krankenhäuser zahlen.

Die TK hat jetzt begonnen, mit sächsischen Geburtskliniken Qualitätsvereinbarungen abzuschließen. Dabei verpflichten sich die Krankenhäuser, Schwangere ausführlich über die natürliche Entbindung aufzuklären und so die Kaiserschnittrate möglichst gering zu halten. "Für uns stehen aber nicht die Kosten im Mittelpunkt", sagt Matthias Jakob, Sprecher der TK in Sachsen. "Uns geht es vor allem um die Gesundheit der Frauen und Kinder." Fünf Krankenhäuser in Sachsen haben die Vereinbarung bereits unterzeichnet.

Das DRK-Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein darf bereits mit dem Qualitätsmerkmal werben, eine natürliche Geburt zu fördern: "Ein Kaiserschnitt ist kein Bagatell-Eingriff", sagt Oberarzt Gunter Leichsenring. Denn die Operation sei immer noch mit möglichen Komplikationen verbunden. In medizinisch begründeten Fällen, in denen eine Operation unumgänglich ist, sei der Kaiserschnitt aber ein Segen.

Medizinische Gründe für einen Kaiserschnitt

Ein geplanter Kaiserschnitt wird bei folgenden Problemen empfohlen:

Querlage des Babys. Bei Beckenendlage ist es im Ermessen des Arztes.

Erkrankungen der Mutter, insbesondere Wirbelsäulenleiden oder HIV-Infektion.

Wenn die Plazenta den Muttermund ganz oder teilweise blockiert.

Frühgeburten: die Strapazen einer natürlichen Geburt sind zu groß.

Psychische Erkrankungen der Mutter.

Ungeplante Kaiserschnitte ergeben sich meist aus Notsituationen während der Geburt: zum Beispiel, wenn die Wehentätigkeit aufhört, die Gefahr eines Sauerstoffmangels beim Kind besteht oder Herztöne abfallen.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
4
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 21.03.2017
    09:12 Uhr

    aussaugerges: Das stimmt aber passt zum Gesellschaftssysten,es müssen nicht 400 Kassen geben mit utopischen Kosten?
    Oder lieg ich das falsch?

    2 1
     
  • 21.03.2017
    07:18 Uhr

    Pixelghost: @aussaugerges, ob Kuba bessere Ärzte ALS die USA haben, spielt doch für den Artikel hier gar keine Rolle.

    3 3
     
  • 20.03.2017
    16:51 Uhr

    aussaugerges: Bei Katastropheneinsätzen hat Kuba mehr und bessere Arzte wie die USA.
    Auch eine medizinische Erkenntnis.
    Von Haiti brauch da gar nicht gesprochen werden.

    2 2
     
  • 20.03.2017
    13:29 Uhr

    Interessierte: Man sollte noch viel mehr Traditionen aus DDR-Zeiten pflegen , die waren besser, natürlicher , menschlicher ...

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