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Soziales Netzwerk

Trotz Fernbeziehung Zeit für Freunde einräumen

Ebringen (dapd). In einer Fernbeziehung ist die Sehnsucht ständiger Begleiter. Viele Paare richten ihr ganzes Leben auf die gemeinsamen Momente aus, nutzen jede Gelegenheit, um sich zu sehen oder zumindest zu telefonieren. Zeit für Freunde bleibt da kaum noch. "Wer bei Grillabenden und anderen Aktivitäten im Freundeskreis nie dabei ist, isoliert sich selbst", warnt allerdings die Paartherapeutin Friederike von Tiedemann aus dem baden-württembergischen Ebringen.

Das soziale Netzwerk sei nicht nur in Zeiten von Beziehungskrisen wichtig. "Eine Partnerschaft kann nicht auf Dauer alle Bereiche des Lebens abdecken", betont die Autorin des Ratgebers "Das Geheimnis dauerhaften Glücks - Leitsterne für Paare". Es sei wichtig, dass man auch andere soziale Kontakte habe, mit denen man sein Leben teile. Zudem tue es dem Selbstwertgefühl gut, wenn man in einem Freundeskreis anerkannt werde - und das wiederum mache einen für den Partner interessanter.

Die Diplom-Psychologin empfiehlt Paaren daher, trotz Fernbeziehung auf die Balance zwischen Partnerschaft und eigenen Aktivitäten zu achten. Dazu gehöre, mindestens ein Wochenende im Monat nicht zum Partner zu fahren, sondern sich Zeit für seine Freunde zu nehmen. "Wichtig ist, dass man dann auch langfristige Pläne mit den anderen macht und sich mit ihnen abspricht", sagt von Tiedemann. Spontaneität funktioniere in dieser Konstellation nicht.

Auch auf allabendliche Telefonate mit dem fernen Liebsten könne man seinen Freunden zuliebe verzichten: "Paare, die zusammenleben, führen schließlich auch nicht täglich ausführliche Update-Gespräche", betont von Tiedemann. Es sei normal, dass Partner manchmal ein paar Tage ihren eigenen Projekten nachgingen und währenddessen nicht so viel kommunizierten.

Für Freunde ist es oft frustrierend, wenn sie zugunsten einer Fernbeziehung zurückstecken müssen. "Es ist wichtig, dass man sie auf diese Gefühle auch mal anspricht", sagt Friederike von Tiedemann. Man könne deutlich machen, dass man die Enttäuschung der anderen verstehe, wenn man mal wieder keine Zeit für eine gemeinsame Unternehmung hat. "Man mutet seien Freunden etwas zu und man sollte sich gelegentlich dafür bedanken, dass sie das mittragen. So zeigt man ihnen seine Wertschätzung", sagt von Tiedemann.

dapd

 
erschienen am 30.08.2011
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