Fehler bei der Anlage sind so, als ob man das Geld wegwerfen würde.
Fehler bei der Anlage sind so, als ob man das Geld wegwerfen würde.

Foto: Tom Bayer/Fotolia.de

Fehler beim Umgang mit Geld können kleines Vermögen kosten

Deutsche geben sich einer aktuellen Forsa- Umfrage zufolge beim Thema Finanzen selbst nur die Schulnote 3+

Berlin. Unpassende Versicherungen, schlechte Verträge oder unrentable Geldanlagen können ein kleines Vermögen kosten. Doch vielen ist es zu mühsam, sich mit der Geldanlage auseinanderzusetzen, wie eine repräsentative Befragung von 1002 Bundesbürgern für die Initiative "Investmentfonds. Nur für alle" der Fondsgesellschaften ergab. Danach beschäftigt sich ein Viertel (23Prozent) eigenen Angaben zufolge viel zu selten mit dem Thema Geld, mehr als jeder Dritte (36 Prozent) tut das nur, "wenn es unbedingt sein muss". Fast vier von zehn (39 Prozent) lassen Geldanlageentscheidungen von jemand anderem erledigen. Deshalb lohnt es sich, beim Thema Finanzen solche Fehler zu vermeiden.

 

Fehler 1 - Steuerbescheid nicht überprüfen: Papier ist geduldig. Das gilt bei der Steuer auch dann, wenn die Erklärung elektronisch abgegeben wird. Denn oft erkennt das Finanzamt Kosten nicht an oder macht schlicht einen Fehler. Es soll auch vorkommen, dass Sachbearbeiter das Steuerrecht falsch anwenden. Steuerzahler sollten ihren Bescheid bei Zweifeln daher niemals unkontrolliert abheften, sondern ihn lieber einem Steuerberater vorlegen.

Fehler 2 - Auf Geheimtipps hören: Erfolg an der Börse ist das Ergebnis harter Arbeit und einer ausgeprägten Anlagedisziplin. Heiße Tipps spielen dabei kaum eine Rolle. Kurzfristiger Aktionismus durch Spekulieren birgt zudem ein hohes Risiko und gefährdet damit den langfristigen Erfolg. Anlageentscheidungen sollten deshalb immer aufgrund fundierter Informationen getroffen werden. Geheimtipps haben da nichts verloren.

Fehler 3 - Geld falsch parken: Wer Geld übrig hat, sollte es möglichst gut und sicher anlegen. Sparer verschenken etwa bares Geld, wenn sie ihr Vermögen auf einem nicht verzinsten Konto, etwa einem Girokonto, liegen lassen. Hier werden jedes Jahr Gebühren fällig, zurück bekommt der Anleger aber nichts. Wer also 10.000 Euro zum Nullzins auf dem Konto parkt, der verschenkt in jedem Monat mehr als 20 Euro, weil er die Kontogebühren noch um den Betrag erhöht, den andere Banken ihm dafür als Zins zahlen würden.

Fehler 4 - Altersvorsorge-Verträge kündigen: Die Deutschen trauen in der Euro-Krise ihren Geldanlagen nicht mehr. In der Folge werden derzeit reihenweise Riester- und andere Vorsorge-Verträge gekündigt. Das ist aber mit Sicherheit nicht die richtige Reaktion darauf. Es ist immer ratsamer, bestehende Verträge erst einmal nicht anzurühren, um beim Auflösen keine unnötigen Kosten zu produzieren. Diese würden die bereits erzielte Rendite auffressen.

Fehler 5 - Sich etwas aufquatschen lassen: Sogenannte "Berater" leben davon, dem Kunden etwas zu verkaufen. Und zwar nicht das, was am besten zu ihm passt, sondern etwas, was vielleicht zu ihm passt, vor allem aber dem Berater und seinem Arbeitgeber Geld bringt. So kommen Berater schon einmal auf die Idee, dem Kunden etwas anzudrehen, was der vielleicht gar nicht benötigt. Grundsätzlich sollten die Empfehlungen eines Beraters deshalb immer kritisch beurteilt werden. Er sollte fundiert erklären können, warum er gerade jetzt zu einem Investment rät. Kann er das nicht, heißt das: Finger weg! (dapd mit db)

Mehr als jeder dritte Deutsche (35Prozent) hatte für 2011 konkrete Investitionsvorhaben, beispielsweise Aktien oder eine Immobilie. 61 Prozent setzten diese Pläne allerdings gar nicht oder nur teilweise in die Tat um. Hauptgrund dafür war Unsicherheit. Bei jedem Dritten (31 Prozent) war die Angst aufgrund der schwierigen Situation an den Finanzmärkten ausschlaggebend, das eigene Vorhaben nicht zu realisieren. Das ergibt eine repräsentative Umfrage der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1000 Bundesbürgern.

Neben der Unsicherheit mangelte es bei der Umsetzung am häufigsten an den finanziellen Mitteln. 26 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen das nötige Geld gefehlt hat. Jeweils etwa 13 Prozent hatten nach eigener Auskunft entweder keine Zeit, sich um die Realisierung der Vorhaben zu kümmern oder konnten sich nicht für ein bestimmtes Produkt entscheiden.

Bausparen stand bei den Vorhaben der Bundesbürger für das vergangene Jahr an erster Stelle. 33 Prozent derjenigen, die für 2011 konkrete Pläne hatten, wollten hier investieren. Dahinter folgen Aktien (30 Prozent) sowie der Kauf von Immobilien (25 Prozent). Komplett auf Eis gelegt wurden die Investitionspläne bei der Mehrheit der Befragten aber nicht. 62Prozent der Ausgewählten haben sich jedoch fest vorgenommen, sie in diesem Jahr endlich in die Tat umzusetzen. (dapd)

 
erschienen am 13.01.2012 ( Von Oliver Mest )
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