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Fußballfieber: Kindern während der WM auch Verschnaufpausen gönnen
Zeit als Familie bewusst genießen
Berlin (ddp). Während der Fußball-WM herrscht in vielen Familien Ausnahmezustand. Kinder, Eltern und auch Großeltern fiebern vor dem Fernseher mit ihrer Lieblingsmannschaft mit. "Die Weltmeisterschaft bietet Gesprächsstoff und verbindet so Große und Kleine miteinander", sagt Kristin Langer von der medienpädagogischen Initiative "Schau hin!". Sie ermuntert Familien, diese besondere Zeit ganz bewusst zu erleben und zu genießen.
Auch wenn dieses Mal viele WM-Spiele nachmittags laufen, bleiben doch einige übrig, die nach der eigentlichen Zubettgeh-Zeit jüngerer Kinder gezeigt werden. "Abends fernzusehen sollte die Ausnahme sein", betont Langer. Bei der Entscheidung, ob das Kind die späte Übertragung anschauen darf, sollte man in Betracht ziehen, was am nächsten Tag ansteht und ob das Kind diese Aufgaben auch mit weniger Schlaf verkraften kann. "Wichtig ist, dass man hier gemeinsam mit den Kindern Regelungen findet und dass auch ihre Wünsche berücksichtigt werden", sagt Langer. So könne man beispielsweise vereinbaren, dass Abend-Spiele nur dann gekuckt werden dürfen, wenn die deutsche Mannschaft mitspielt.
"Fußball ist sehr emotional", betont Langer. Es sei wichtig, dass Fan-Gefühle innerhalb der Familie auch ausgelebt werden könnten. Erwachsene dürften darüber aber trotzdem nicht ihre Vorbildfunktion vergessen: "Wenn man seine Wut zum Ausdruck bringt, sollte man auf seine Wortwahl achten", mahnt Langer. Auch bei Missgeschicken auf dem Platz ist es ratsam, nicht zu hart mit den Spielern ins Gericht zu gehen. "Wenn etwas schief läuft, gilt es, genau zu schauen, ob der Fußballer überhaupt was dafürkann", sagt Langer. Außerdem sollte klar sein, dass auch ein schlechtes Spiel denjenigen nicht zum schlechten Menschen mache.
Auch Kinder fiebern bei Fußballspielen oft intensiv mit. Vor allem Grundschulkinder und Jüngere könnten sich noch nicht so von der Situation distanzieren und reagierten daher mitunter sehr emotional, erklärt Langer. "Niederlagen beziehen die kleinen Fans auf sich. Da fließen dann auch mal Tränen." Es sei wichtig, dass Eltern ihren Kindern den Raum böten, um solche Negativ-Erlebnisse zu verarbeiten. "Auf keinen Fall sollte man die Gefühle des Kindes herunterspielen", sagt Langer.
Eltern sollten die kleinen Fans während dieser intensiven Fußball-Zeit im Blick behalten. Es gilt, zu prüfen, ob ein Kind die Situation verkraftet oder ob es beispielsweise sein Verhalten stark ändert. Hat man den Eindruck, der ganze WM-Trubel wird für das Kind zu viel und es verliert sich, sollte man klare Grenzen setzen. "Man kann auch während der WM mal eine Fernsehpause einlegen. Während dieser Zeit sollte sich das Kind dann auch nicht mit anderen Medien beschäftigen", sagt Kristin Langer. Stattdessen könnten die Kleinen beim Basteln, Malen oder Geschichten hören zur Ruhe finden. "Oft entsteht durch das viele Fernsehen auch ein starker Bewegungsdrang. Fahrradfahren oder selber kicken sind hier der richtige Ausgleich", sagt Langer.
Die Initiative "Schau hin!" bietet auf ihrer Website schau-hin.info einen WM-Planer sowie weitere Tipps, wie Familien die WM-Zeit kindgerecht gestalten können.
ddp