Häufige Doppelklicks belasten besonders. Foto: Chagin/Fotolia
Diagnose "Mausarm": wenn jeder Klick schmerzt
Ursache ist meist eine falsche Haltung bei der Arbeit am Computer
München. Was während der Arbeit am Computer mit einem leichten Kribbeln und Schwächegefühl im Arm oder in der Hand beginnt, kann sich zu starken Schmerzen und Schwellungen steigern, die auch im Ruhezustand auftreten. Nicht selten kommt es in der Folge zu Bewegungseinschränkungen und Lähmungserscheinungen. Vom Krankheitsbild "Mausarm" sind bereits Millionen Deutsche betroffen. Aufgrund der zunehmenden Tätigkeit am Computer - privat sowie beruflich - ist sogar mit einem Anstieg der Zahlen zu rechnen. "Eine falsche Haltung des Armes während der Arbeit am PC und die sich ständig wiederholenden Bewegungen bei der Nutzung der Maus können zu einer chronischen Überlastung der Muskeln führen", erklärt Dr. Rumen Alexandrov, Fachlicher Leiter Arbeitsmedizin beim Tüv Süd. "Dabei können Gewebeveränderungen und kleine Narben entstehen. Die Folge sind Schmerzen, die oft physiotherapeutisch oder medikamentös behandelt werden müssen."
Besonders Vielschreiber oder Grafiker sind vom Mausarm betroffen. Aber auch die alltägliche Büroarbeit kann bei falscher und monotoner Belastung als Ursache ausreichen. Die schmerzhafte Überbelastung der Muskulatur wird durch sich ständig wiederholende Bewegungen hervorgerufen. Doppelklicks sollten laut Tüv möglichst umgangen werden. Per Software könnten Funktionen oft umdefiniert werden. Andernfalls sei bereits eine Reduzierung der Doppelklick-Geschwindigkeit hilfreich. Zudem raten die Experten, möglichst oft zwischen Maus und Tastatur zu wechseln. Mithilfe von Tastenkürzeln kann auf viele Mausklicks verzichtet werden. Kurze Ruhepausen für die betroffene Hand oder den Arm können in Kombination mit Dehnübungen gegen erste Symptome helfen und dem Mausarm vorbeugen. In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass monotone Arbeitsabläufe mit der Maus oder auf der Tastatur vermieden oder umgangen werden.
Treten trotzdem Symptome eines Mausarms auf, empfiehlt es sich, den Arzt aufzusuchen. Physikalische Therapien wie Wärme- oder Kältebehandlung, Massagen, Bewegungsbäder oder Infrarotbestrahlungen können den Schmerz lindern und das Wohlbefinden auf Dauer verbessern. Die Einnahme von Schmerzmitteln kann außerdem mit einer physikalischen Behandlung kombiniert werden. Unabhängig von der Art der Therapie und Vorgehensweise ist die Behandlung eines Mausarms stets sehr langwierig und muss immer individuell auf den Betroffenen abgestimmt sein. Selbst bereits ausgeheilte Verletzungen können durch erneute Belastung wieder Schmerzen hervorrufen. Eine Umgestaltung des Arbeitsplatzes und regelmäßige vorbeugende Übungen sind Voraussetzungen für Beschwerdefreiheit.
Richtig dehnen und strecken
Mit folgenden Dehnübungen kann man dem Mausarm vorbeugen:
Hand hochziehen: Der jeweilige Arm sollte ausgestreckt und die Hand locker gelassen werden. Mithilfe der anderen Hand wird sie dann zum Körper heran gezogen, bis ein Ziehen kurz vor dem Ellenbogen zu spüren ist. Kurze Pause, dann wiederholen.
Finger spreizen: Die Hand wird zur Faust geballt. Die Finger werden jetzt ganz langsam geöffnet, bis sie gespreizt sind. Dieser Vorgang sollte rund zehn Sekunden dauern. Im gespreizten Zustand die Finger beider Hände vor dem Körper mehrere Sekunden gegeneinanderpressen.
Handflächen an die Wand: Mit den Armen an der Wand abstützen, die Handflächen mit den Fingern zueinander drehen. Dann die Handflächen wie folgt drehen: Finger zueinander, Finger nach oben zeigend, Finger voneinander wegdeutend, jede Position rund zehn Sekunden halten.