Die Leber ist das Kraftwerk des Körpers. Mutet man ihr zu viel zu, zeigt sich das zuerst an fehlender Energie.
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Die Leber leidet lange im Stillen
Zehn Millionen Menschen in Deutschland haben eine Fettleber
Chemnitz. Wenn es der Leber zu viel wird, dann wird sie fett und kann ihre Aufgaben - Nahrungsbestandteile in körpereigene Stoffe und Energie umwandeln - nicht mehr vollständig erfüllen. Der Betroffene spürt das lange Zeit nicht, denn die kranke Leber bereitet keine Schmerzen, sie leidet im Stillen. "Dass etwas mit der Leber nicht stimmt, zeigt sich zunächst mit unspezifischen Symptomen, zum Beispiel Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder fehlendem Antrieb", erklärt Prof. Ulrich Stölzel, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie (Krankheiten des Verdauungssystems) am Klinikum Chemnitz. Doch müssten diese Anzeichen nicht immer auf ein Leberleiden hindeuten: "Das kann vieles sein, eine Depression zum Beispiel", so Stölzel.
Klarheit bringe nur eine Blutuntersuchung. Die sogenannten Leberwerte - das sind unter anderm Enzyme, die absterbende Leberzellen ans Blut abgeben - sollte jeder Erwachsene einmal jährlich beim Hausarzt prüfen lassen. "Das ist keine große Sache, bietet aber die Sicherheit, dass mit dem Kraftwerk des Körpers noch alles in Ordnung ist oder andernfalls eine Therapie begonnen wird", so Stölzel. Denn die positive Eigenschaft von Lebererkrankungen sei ihre gute Behandelbarkeit. Entdecke man sie früh, könne man in vielen Fällen eine vollständige Heilung erreichen.
Das gilt im Besonderen für die Fettleber: Durch viel Bewegung und gesunde, fettarme Ernährung könne sie sich wieder erholen. Das Fett schwindet und die Leber wird wieder leistungsfähig. Doch am besten sei es natürlich, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Die Vorbeugung ist im Grunde sehr einfach: "Klasse statt Masse bei der Ernährung und ein bewegungsintensiver Alltag", nennt Stölzel die beiden tragenden Säulen dafür. "Das Leben soll Spaß machen und auch Genuss sein. Niemand muss auf seinen Gänsebraten, Stollen oder Glühwein verzichten. Schlemmen gehört zur Weihnachtszeit. Doch was spricht dagegen, nach einem opulenten Mahl einen langen Verdauungsspaziergang zu absolvieren?" Auch Schwimmen, Radfahren, Ski-Langlauf, Walking seien Alternativen - für jeden gebe es eine Bewegungsform, die er zu leisten im Stande sei. Der Mensch sei für die Bewegung gemacht, das vergessen viele.