Sushi ist beliebt und enthält viel Jod. Der Jodmangelkropf gehört fast der Vergangenheit an. Foto: A. Rodriguez/fotolia
Jodmangel ist fast kein Thema mehr
Etwa jeder dritte Deutsche hat eine vergrößerte Schilddrüse - allein das ist aber oft noch nicht krankhaft
Chemnitz. Trotz ihrer geringen Größe kann die Schilddrüse den ganzen Stoffwechsel durcheinanderbringen. Ihre Hormone wirken wie Antreiber auf Herz, Kreislauf und Verdauung. Produziert die Drüse zu wenig davon (Unterfunktion), gleicht es das Organ durch Größenwachstum aus. Es entsteht der bekannte Kropf oder ein Struma, wie es medizinisch richtig heißt, erläutert Dr. Dirk Sandrock, Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin am Klinikum Chemnitz.
Frauen häufiger betroffen
Die Unterfunktion ist neben der Vergrößerung die am häufigsten behandelte Schilddrüsenkrankheit, geht auch aus dem Gesundheitsreport Sachsen der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Zehn Prozent der jungen Frauen zwischen 20 und 34 in Sachsen seien davon betroffen, bei den Männern nur 2,1Prozent. Der Grund, warum es Frauen häufiger an der Schilddrüse haben, sind die hormonellen Schwankungen im Laufe ihres Lebens: Schwangerschaft, Wechseljahre, hormonelle Verhütungsmethoden oder Hormonersatztherapie setzen den weiblichen Körper wechselnden Einflüssen aus. Häufig treten Schilddrüsenprobleme während solcher Umstellungsphasen auf. Die Behandlung mit Jodidtabletten sei laut TK in den letzten fünf Jahren um die Hälfte angestiegen. Dies geschehe häufig vorbeugend, um eine zu starke Größenzunahme der Drüse einzudämmen. Therapeutischen Nutzen habe das Ganze laut Dr. Sandrock aber nur in jungen Jahren.