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Pickel und Hautrötungen plagen nicht nur Teenager
Viele Erwachsene leiden unter Spätakne, Rosazea und "Stewardessen-Krankheit"
Greifswald/Wuppertal (dapd). Die meisten Menschen mussten schon einmal unter Akne leiden. Rund 80 Prozent der von den Pickeln und Pusteln Betroffenen sind Jugendliche, sagt der Wuppertaler Hautarzt und Sonderreferent des Berufsverbandes Deutscher Dermatologen Thomas Dirschka. "Aber auch zahlreiche Erwachsene haben mit Spätakne oder ähnlich wirkenden entzündlichen Hauterkrankungen zu kämpfen."
Wie in der Pubertät sind auch im Erwachsenenalter in der Regel die Hormone schuld an den unliebsamen Hautveränderungen. "Akne geht mit der Produktion männlicher Geschlechtshormone oder Androgene einher", sagt Dirschka. Deshalb seien Jungen während der Pubertät stärker betroffen als Mädchen. "Androgene regen die Talgproduktion der Haut an. Außerdem bringen sie eine Verhornungsstörung der Haarbälge mit sich (das heißt der Einstülpungen, die den Haaransatz umgeben), so dass der Talg schwer abfließen kann."
Das Problem sei aber weniger die überschüssige Talgproduktion als vielmehr die Entzündung, die folge, wenn sich an den problematischen Stellen Bakterien übermäßig vermehrten. Wiederholte Versuche, die so entstandenen Pusteln auszudrücken, seien kontraproduktiv, erläutert Dermatologe Dirschka: "Die Bakterien, die so an die gereizte Haut gelangen, fördern die Aktivität von Entzündungszellen und machen die Haut wund und rot."
Bei Erwachsenen kommt der Hormonhaushalt vor allem durch den weiblichen Zyklus, eine Schwangerschaft oder auch die Wechseljahre durcheinander und kann so eine Spätakne auslösen. Auch Frauen, die sehr früh die Pille genommen haben und sie Jahre später absetzen, kriegen im Anschluss häufig Hautbeschwerden: "Der Körper holt dann die durch die Pillenhormone unterdrückte Reaktion regelrecht nach."
Fitnessbegeisterte Männer, die zum Kraftaufbau zu Anabolika greifen, leiden dagegen zunehmend an der sogenannten "Bodybuilder-Akne", berichtet Dirschka: "Viele wissen zunächst gar nichts von dieser typischen Nebenwirkung und wundern sich dann über ihre unreine Haut an Gesicht und Rücken." Auch bestimmte Medikamente hätten zuweilen einen ähnlichen Einfluss.