Die Physiotherapeutin Sylvia Lindner hilft Denise Märkisch beim richtigen Atmen.
Foto: Andreas Truxa
Beim autogenen Training geht Gefühl für die Zeit verloren
Chemnitz. Sich selbst herunterfahren und entspannen können, das wünschen sich viele Menschen. Eine der beliebtesten Methoden dafür kommt aus Deutschland - das autogene Training.
Bevor ich zu meiner ersten Kursstunde gehe, versuche ich, mehr über diese Entspannungsmethode zu erfahren. In Büchern und im Internet werde ich schnell fündig. Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte der Hirnforscher Oskar Vogt, dass sich Hypnosepatienten nach einiger Zeit auch selbst in einen Trance-Zustand versetzen können. Wenig später begann der Nervenarzt Johann Heinrich Schultz eine Methode zu entwickeln, die die Patienten vom Hypnotiseur unabhängig machte. Herauskam eine Technik der aktiven Selbstentspannung. Durch Konzentration schaltet der Anwender auf Ruhe und Entspannung um.
Das autogene Training setzt auf das Erleben von Wärme, Schwere und Kühle. Indem sich der Anwender unterschiedliche Sätze aufsagt, - "Meine Arme werden schwer, meine Arme werden warm" - reagiert der Körper tatsächlich auf diese Autosuggestion und entspannt sich. Für Einsteiger besteht das Training meist aus sechs Übungen. Dazu gehören das Erleben der Schwere, der Wärme, Herzregulierung, Atmungsregulierung, Bauchwärme und Stirnkühlung.
Um die Technik richtig zu erlernen, sollte man einen Kurs besuchen. Später lässt sich autogenes Training ganz einfach zu Hause, im Büro oder in der Straßenbahn anwenden. Das scheint genau das Richtige für mich zu sein. Im Ambulanten Therapiezentrum für Rehabilitation am Stadtpark in Chemnitz bin ich mit Sylvia Lindner verabredet. Die Physiotherapeutin unterrichtet seit vier Jahren diese Entspannungsmethode und hat mich zu ihrem Abendkurs eingeladen.
Im Kursraum ist das Licht gedimmt, Kerzen brennen. Genau die richtige Stimmung zum Entspannen, denke ich. Damit das auch gelingt, liegen auf dem Boden einige Matten, Kopf- und Beinstützen bereit. "Man kann autogenes Training im Sitzen oder Liegen durchführen. Ich finde das Liegen für die Teilnehmer angenehmer", erklärt mir die Expertin.
11:58 Uhr
FranzJosefNeffe: Das autogene Training hieß bis 1928 - also in der Hochblüte von COUÉs AUTOSUGGESTION autosuggestives Training. Fürs AT muss man sich immer erst aus dem Leben zurückziehen und an sich selber dann FORMAL was bewerkstelligen. Ist doch ziemlich umständlich und UNPERSÖNLICH. Dass es anders auch geht, zeigte COUÉ: mitten im Leben und in guter menschlicher Qualität.
Nix gegen das AT, aber es ist nur 1 kleines Steinchen im großen Mosaik der Autosuggestion! Mit dem AT konnte man die Autosuggestion auf eine ärztlich kontrollierbare und lizenzierbare Spezialmethode reduzieren. Es wird Zeit, die Augen aufzumachen und über diese künstlich gezogenen Grenzen behutsam hinauszuschreiten und zu wachsen.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe