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Kräuter frisch vom Sims
Basilikum und Co. einfach auf der Fensterbank kultivieren
Berlin/Walldürn (dapd). Auch im Winter brauchen Hobbygärtner und - köche nicht auf schmackhafte Küchenkräuter zu verzichten. Die meisten Gewürzpflanzen lassen sich problemlos im Topf auf der Fensterbank kultivieren. Sollen Rosmarin, Basilikum und Co. länger halten, müssen sie allerdings pfleglich behandelt und sorgsam abgeerntet werden.
Wer Kräuter auf der Fensterbank stehen hat, muss sich gerade im Winter aber darüber im Klaren sein, dass die Pflanzen aromatisch nicht ganz an ihre Freiland-Verwandten heranreichen. "Angesichts des Lichtmangels lässt sich nicht das Sommeraroma erwarten. Licht ist ein wesentlicher Stoffwechselmotor der Pflanze", sagt Engelbert Kötter im baden-württembergischen Walldürn, Autor des Buches "Küchenkräuter in Töpfen" (Gräfe und Unzer). Licht sei die Basis für die Bildung von ätherischen Ölen, den Aromaträgern. Dennoch schmeckten frische Kräuter - auch im Winter - weit aromatischer als getrocknete.
Beim Kauf muss man Kötter zufolge bedenken, dass die meisten Küchenkräuter Verkaufsbedingungen einer gewöhnlichen Handelsware unterliegen - zum Beispiel im Supermarkt. "Die Lebensbedingungen einer Pflanze ändern sich mit dem Verlassen des Gewächshauses komplett", sagt Kötter. Nahrung gehe zur Neige und Photosynthese sei nur noch eingeschränkt möglich. "Wird eine derart gestresste Pflanze nach dem Kauf nicht sofort wieder aufgepäppelt und optimal gepflegt, kollabiert sie zwangsläufig innerhalb von etwa ein bis zwei Wochen."
Soll ein Küchenkraut über eine längere Zeit wachsen und gedeihen, muss es deshalb nach dem Kauf möglichst schnell umgetopft werden. "In den Gefäßen im Supermarkt ist oft wenig Platz. So ein Topf ist schnell durchgewurzelt", sagt Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde in Berlin. Mit etwas Zimmerpflanzenerde sollte man das Gewächs in einen größeren Topf pflanzen, anschließend benötigt es Ruhe: Etwa zwei Wochen sollte man Wagner zufolge warten, bis man die Pflanze zum ersten Mal erntet. Zudem sollte nie mehr als etwa ein Drittel des Küchenkrautes auf einmal entnommen werden - sonst gehe es ein.