Ein prüfender Handgriff: Passt in der Dusche alles? 
Ein prüfender Handgriff: Passt in der Dusche alles?

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Damit in Bad und Co. alles funktioniert

Sanitärinstallation bedarf enger Zusammenarbeit von Bauherren, Planern und Handwerkern

Berlin. Ein heißes Bad, eine kalte Dusche - was für ein Genuss je nach Jahreszeit. Doch bevor das Wasser aus der Leitung strömt, haben Fachleute das Bad geplant, Rohre verlegt und sanitäre Einrichtungen installiert. "Bäder, WC, Wellnessbereiche und Küchen sind in der Regel die kostenintensivsten Räume, die sich ein privater Bauherr einrichtet. Die Vielfalt der Sanitäreinrichtungen wird dabei immer größer", so Hermann Bockstiegel, Bauherrenberater vom Regionalbüro Osnabrück des Bauherrenschutzbundes (BSB). Baubegleitende Qualitätskontrollen des BSB haben Schwachstellen bei der Sanitärinstallation aufgezeigt.

Risse in Leitungen

Das Verlegen von Abwasserleitungen ist nicht unproblematisch. Werden sie wie üblich auf Rohfußböden verlegt, fehlen häufig erforderliche Aufbauhöhen. Kommt dann noch als "preiswerte" Tragschicht ein bindemittelgebundener Estrich zum Einsatz, sind besonders in gefliesten Fußböden Risse feststellbar. Mangelhafte oder nicht vorhandene Planung zieht mangelhafte Leistungen des Installateurs und des Estrichlegers nach sich. Der Fliesenleger als letzter in der Gewerkefolge kann diese Mängel oft nicht erkennen, er ist trotzdem mitverantwortlich.

Müssen Entwässerungsleitungen bei Neubauten horizontal in Massivwänden verlegt werden, können Abmessungen der Schlitze und Wanddurchbrüche vorab planerisch bestimmt werden. Horizontalschlitze ohne statische Maßnahmen in vorhandene Wände geschnitten, gefährden die Standsicherheit der Gebäudekonstruktion. Die Folge: Rissbildungen in Wänden und Decken.

Klagen Bewohner über mangelnden Schallschutz, liegt es häufig daran, dass Abwasserleitungen ohne schallentkoppelnde Materialien oder ohne schalldämmende Rohrbekleidungen montiert wurden. Hohlräume in Schlitzen müssen mit Faserdämmstoffen ausgestopft werden, um Resonanzeffekte zu verhindern. Oft sind Decken- und Wanddurchbrüche nicht verschlossen. Das lässt sogenannte Haustelefone entstehen. Betroffene wissen, wie unerfreulich es ist, wenn die Geräusche des Nutzers der benachbarten Sanitäranlage zu hören sind.

Feuchteschäden vermeiden

Unkenntnis, Kosten- und Zeitdruck führen häufig dazu, dass Entwässerungs- bzw. Entlüftungsleitungen ohne elastische Abdichtungsbauteile durch Massivkonstruktionen bzw. Folienabdichtungen geführt werden. Die Folge sind Heizenergieverluste und Feuchteschäden oder Kondensat an undichten Stellen im Dach, ebenso Wasser im Keller. Auch bei Versorgungsleitungen für Kalt- und Warmwasser oder Heizung im Vor- und Rücklauf können ähnliche Mängel auftreten. Energieverluste sind bei Warmwasserleitungen an Formteilen und Abzweigungen bzw. Armaturen in Heizungs- und Hausanschlussräumen zu verzeichnen, die gar nicht oder nicht nach der Energieeinsparverordnung wärmegedämmt sind.

Auf Abstände achten

Nicht selten werden Versorgungsleitungen ohne Abstand zu Wänden verlegt. Häufig ist der Belastungsdruck durch Möbel dort am größten, die Estrichstärke jedoch am geringsten. Als Folge entstehen Risse in Bodenbelägen entlang der Wände. Mit Rohrleitungsabständen von 30 bis 50 Zentimetern zu den Wänden kann Schäden vorbeugen. Auch die Verformung der Badewanne durch Wasser- und Personengewicht kann die elastischen Fugen zwischen Wannenrand und Fliesen abreißen und Wasser eindringen lassen. An diesen Stellen sollte doppelt abgedichtet werden. Besonders sorgfältig einzubauen sind Wannen aus Kunststoff.

"Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass die Abmessungen der Einrichtungen den Planungsunterlagen entnommen und vor Ort verbindlich angezeichnet werden", so Bauherrenberater Bockstiegel. Qualitätskontrolle ist von Anfang an wichtig, da beispielsweise Kosten für die Beseitigung von Schäden, die durch mangelhafte Abdichtung von Wannen entstehen, nicht von Versicherungen beglichen werden. Private Bauherren sollten auch in dieser Bauphase auf die Hilfe eines unabhängigen Experten setzen, der die ordnungsgemäße Ausführung der Arbeiten überwacht, rät der Fachmann. (pl) 

www.bsb-ev.de

 
erschienen am 09.12.2011
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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