Hausarbeit ist nicht für jeden eine Freude, denn sie kostet Kraft und Zeit. 
Hausarbeit ist nicht für jeden eine Freude, denn sie kostet Kraft und Zeit.

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Das bisschen Haushalt ...

Eine Haushaltshilfe zu beschäftigen, schafft mehr Freizeit und ist für 67 Prozent der Deutschen Normalität

Chemnitz. Böden wischen, Fenster putzen oder Hemden bügeln: Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln verlassen sich rund 4,5 Millionen Haushalte in Deutschland auf die Hilfe Dritter. Diese galt in den 1990er-Jahren noch als Luxus. Heute ist sie gefragter denn je, erfährt man aus dem Trendreport der Minijob-Zentrale, der den Stellenwert von Haushaltshilfen analysiert. Die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Minijob-Zentrale zeigt: Vor allem für über 60-Jährige sind sie "etwas ganz Normales" (74 Prozent). Obwohl die Wertschätzung der Haushaltshilfe steigt, melden laut IW Köln nur fünf Prozent der Privathaushalte ihre Hilfe an. Das kann böse enden, besonders wenn ein Unfall passiert.

Länger in eigener Wohnung

Barbara Thiessen von der Hochschule Landshut erklärt die Trendwende unter anderem mit der demografischen Entwicklung: "Immer mehr Senioren benötigen Unterstützung, um so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu können." Außerdem steige die Zahl an voll berufstätigen Frauen, die Hilfe im Haushalt benötigten, so die Wissenschaftlerin. Warum Haushaltshilfen immer beliebter werden, hinterfragte der Report: Mehr als jedem Zweiten (51 Prozent) wächst beispielsweise laut Umfrage die Hausarbeit ohne Hilfe über den Kopf, 44Prozent wollen mehr Zeit mit ihrer Familie oder ihrem Partner verbringen.

Zu viel Schwarzarbeit

Mit der wachsenden Nachfrage steigt die gesellschaftliche Wertschätzung der Haushaltshilfe, belegt der Trendreport. Trotzdem beschäftigen 95 Prozent der Haushalte ihren Helfer nach Schätzungen des IW Köln schwarz. Knapp jeder dritte Deutsche (32 Prozent) hat dafür laut Forsa sogar Verständnis. "Das Wissen um die Vorteile einer Anmeldung scheint sich dennoch immer mehr durchzusetzen", sagt Erik Thomsen, Leiter der Minijob-Zentrale. "Derzeit arbeiten rund 222.000 angemeldete Minijobber in deutschen Privathaushalten. Damit hat sich ihre Zahl seit 2003 mehr als verachtfacht."

Jeder vierte Befragte (26 Prozent) glaubt, eine Anmeldung sei zu schwierig, ergab der Trendreport, der auch nach den Hemmnissen für eine Anmeldung fragte. 36 Prozent fürchten höhere Kosten - und liegen damit in den meisten Fällen falsch, sagt Erik Thomsen. "Die Anmeldung einer Hilfe auf 400 Euro- Basis ist ganz einfach. Der Arbeitgeber zahlt nur geringe Abgaben und kann seine Ausgaben auch noch steuerlich geltend machen. Der Steuervorteil deckt meist die Mehrkosten oder überwiegt sogar. Mit der Anmeldung vermeidet der Arbeitgeber Bußgelder und sichert seine Hilfe automatisch gegen Unfälle ab", betont Thomsen. (sw)

 
erschienen am 18.01.2012
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