Air-Berlin-Gründer Joachim Hunold verlor im vergangenen Jahr seinen Job.
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Dicke Luft in Führungsetagen
Selten wurden Machtkämpfe in den Großkonzernen so offen ausgetragen
Düsseldorf. Der Chefsessel in großen Konzernen ist häufig ein Schleudersitz. Diese Erfahrung haben in den vergangenen zwölf Monaten mehr Topmanager in Deutschland gemacht als in vielen Jahren zuvor. Selten wurden Machtkämpfe in deutschen Großkonzernen so offen ausgetragenen, selten warfen so viele Manager den Kram hin wie in diesem Jahr.
Beispiel Metro: Bei Deutschlands größtem Handelskonzern entwickelte sich aus der anstehenden Vertragsverlängerung für Konzernchef Eckhard Cordes unerwartet eine heftige Führungskrise. Eigentlich hätte die Vertragsverlängerung für Cordes eine Formsache sein können. Doch gab es nicht zuletzt beim Großaktionär Haniel Bedenken, schließlich hatte die Metro-Aktie unter Cordes drastisch an Wert verloren.
Hinter den Kulissen wurde heftig an Cordes Stuhl gesägt und Abfälliges in der Öffentlichkeit gestreut. Der frühere Mercedes-Manager kämpfte wochenlang um seinen Posten. Doch am Ende musste er einsehen, dass er im Aufsichtsrat über keinen ausreichenden Rückhalt mehr verfügte und verzichtete auf eine Vertragsverlängerung.
Doch ging er nicht allein: Nur wenige Tage später musste auch der Vorstandsvorsitzende des Metro-Großaktionärs Haniel und Metro-Aufsichtsratschef, Jürgen Kluge, das Handtuch werfen. Er hatte im Streit um die Macht bei der Metro eine unglückliche Rolle gespielt. Weder hatte er Cordes rechtzeitig den Rücken gestärkt, noch nach dessen Rückzug einen Nachfolger bereit gehabt.