Duale Ausbildung bevorzugt
Wirtschaftsforscher: Arbeitgeber trauen geförderter Berufsausbildung wenig zu
Chemnitz. Die staatliche geförderte Berufsausbildung in Ostdeutschland erweist sich für viele Absolventen als Sackgasse. Denn sie haben bei der Suche nach einem Job noch immer schlechte Karten bei den Unternehmen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Die Arbeitgeber bevorzugten Mitarbeiter, die das duale Ausbildungssystem absolviert haben.
Im Vergleich mit den Absolventen einer betrieblichen Berufsausbildung war es für die geförderten Berufsschüler schwieriger, überhaupt eine Arbeit zu finden. Haben sie einen Job, so entspricht dieser selten ihrem erlernten Beruf, ist schlechter bezahlt und häufig sind es Tätigkeiten für Ungelernte. Das IWH schlussfolgert, dass das schlechte Image der staatlich geförderten Berufsausbildung der Grund dafür ist. Die Arbeitgeber trauten offenbar sowohl der Ausbildung als auch den Jugendlichen wenig zu.
Damit sich das ändert, sollten mehr Praktikumsbetriebe in das System integriert werden. "Gerade für kleine Unternehmen böte sich damit die Gelegenheit, zukünftige Fachkräfte aus dem alternativen System der Ausbildung zu gewinnen", sagte die Autorin der Studie, Eva Dettmann. So könnten Vorurteile ausgeräumt und die Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss direkt übernommen werden.
Die staatlich geförderte Berufsausbildung wurde in den 1990er Jahren in Ostdeutschland etabliert, um in Zeiten geburtenstarker Jahrgänge den Mangel an betrieblichen Ausbildungsstellen zu kompensieren. Außerdem sollten so kleine Betriebe von den Ausbildungskosten entlastet werden. Die praktischen Ausbildungsteile werden dabei im Netzwerk mehrerer Betriebe oder in überbetrieblichen Ausbildungsstellen abgedeckt.