Elektroindustrie sucht Frauen
VDE-Studie: Mehr Angebote für Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Frankfurt am Main. 93 Prozent der Unternehmen der Elektroindustrie erwarten, dass sich der internationale Wettbewerb um die besten Köpfe verschärfen wird. Das geht aus dem aktuellen Trendreport des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) hervor. 81 Prozent der 1300 befragten Unternehmen glauben nicht, dass sie zukünftig ihren Bedarf an Experten nicht ausreichend decken können.
Also setzt die Elektroindustrie zunehmend auf Frauen und will deshalb mehr für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie tun. "Viele Maßnahmen zielen auf die Rekrutierung von Ingenieurinnen ab, die in den Unternehmen unterrepräsentiert sind", bedauert VDE-Vorstandsvorsitzender Hans Heinz Zimmer. So gab mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (55 Prozent) an, gar keine Ingenieurin in der Belegschaft zu haben. Bei 39 Prozent der Firmen mache der Anteil der Elektroingenieurinnen an allen Mitarbeitern bis zu fünf Prozent aus. Bei keinem Unternehmen stellen sie mehr als 20 Prozent der Belegschaft.
Knapp ein Drittel der Firmen ergreife mittlerweile besondere Wiedereingliederungsmaßnahmen für Mitarbeiterinnen, die nach der Elternzeit in das Unternehmen zurückkehren wollten - zum Beispiel Fortbildungen, Coaching und Mentoring. Für mehr weiblichen technischen Nachwuchs engagieren sich mehr als die Hälfte der Unternehmen. So bieten sie für Studentinnen der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) neben speziellen Rekrutierungsveranstaltungen Praktika und Schnuppertage an.
Bei vier von zehn Befragten können Mitarbeiter zu Hause im so genannten "Home Office" arbeiten. Zehn Prozent zahlen einen Zuschuss für Kindergarten und Tagesmutter. (ots/st)