Thomas Löbel, Obermeister der Fleischerinnung Mittelsachsen-ChemnitzFoto: Wolfgang Schmidt/Archiv
Fleischerberuf wandelt sich
Arbeit mit modernsten Technologien - Chancen zum Wiedereinstieg im Verkauf
Chemnitz. Blutig und schwer - wenn junge Leute an den Beruf des Fleischers denken, dann fallen ihnen in den meisten Fällen diese beiden Attribute ein. Dabei sieht die Realität ganz anders aus. "Heute ist das Fleischerhandwerk kreativ, kundennah und arbeitet mit modernster Technologie", sagt Fleischermeister Thomas Löbel. Er muss es wissen, schließlich ist er Obermeister der Fleischerinnung Mittelsachsen-Chemnitz mit rund 50 Mitgliedsbetrieben in der Region.
Das Fleischerhandwerk, das Fachgeschäft und auch der Beruf hätten sich in den vergangenen Jahren sehr stark gewandelt - und damit auch die Anforderungen an die Berufsanfänger, das Personal und die Meister. "Das Berufsbild des Fleischers hat heute durch Produktion und Verkauf, Beratung und Belieferung, Feste und Feiern bis hin zum Veranstaltungs- und Party-Service mindestens fünf verschiedene Ausbildungsfacetten, die sowohl bei Männern, als auch bei Frauen später zu verschiedenen Berufsausübungen in ganz unterschiedlichen Betätigungsfeldern, vom Mitarbeiter bis zum selbstständigen Unternehmer, führen können", sagt der Obermeister.
Darüber hinaus bekommt auch das Fleischerhandwerk den demografischen Wandel und die gesunkenen Schulabgängerzahlen zu spüren. Für junge Leute seien derzeit jede Menge Ausbildungsangebote vorhanden. Außerdem registriert der Innungsobermeister eine gestiegene Nachfrage nach Fachkräften und Verkaufspersonal. "Gerade für Frauen bietet das Fleischerhandwerk nach einer längeren Pause gute Möglichkeiten für einen beruflichen Wiedereinstieg", sagt Thomas Löbel.(cw)
Hintergrund In Sachsen gibt es 86 Schlacht- und Fleischbetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten. Die Schlacht- und Fleischverarbeitungsbranche ist beschäftigungsmäßig hinter der Backwarenherstellung die zweitbedeutendste in der sächsischen Ernährungswirtschaft.