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Hightech trifft Heimat-Feeling

Sächsische Textilindustrie hat sich zu einer innovativen Branche entwickelt

Chemnitz. Was haben sexy Spitzenwäsche, hauchzarte Strumpfhosen, Förderbänder, Autositze, Gardinen, Gurte, Ölfilter, Schlafsäcke, und Arbeitsschutzkleidung gemeinsam? Alle diese Artikel kommen aus Sachsen. "Sachsen war, ist und bleibt ein Textil-Land. Unsere Firmen und Forschungsinstitute bestimmen das Geschehen auf den Weltmärkten mit", sagte Peter Werkstätter, Geschäftsführer des in Chemnitz ansässigen Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (VTI).

Die Unternehmen haben in den letzten Jahren stark investiert. Laute und schmutzige Werkhallen - das war einmal. "Was ältere Generationen oft nicht wissen: Wir sind mittlerweile eine ausgesprochene Higthech-Branche und bieten sowohl Absolventen von Mittelschulen als auch von Gymnasien interessante Entwicklungsmöglichkeiten", meint Werkstätter. Für den Berufsnachwuchs sei das ein großer Vorteil, denn Hightech gebe es faktisch gleich vor der Haustür. Die oft inhabergeführten mittelständischen Textil- und Modefirmen wanderten auch in Krisenzeiten nicht ab. Eine davon ist die Treuener VIS GmbH. Bedruckfähige Bänder für Supermarktkassen sowie robuste Laufbänder für Sportgeräte sind die jüngsten Neuheiten. Das Unternehmen stellt mehr als 400 verschiedene Arten von Antriebsriemen und Transportbändern her. Sie werden unter anderem in der Textilindustrie, der Lebensmittelbranche, dem Maschinenbau sowie der Papier- und Druckindustrie verwendet. Der Umsatz stieg 2010 um 36 Prozent, in den ersten acht Monaten dieses Jahres um weitere 12 Prozent. Mehr als die Hälfte der Erzeugnisse gehen in den Export.

210 ostdeutsche Jugendliche nutzen die regionalen Textilpotenziale und haben kürzlich eine Berufsausbildung im Textilfach aufgenommen. Sie lernen unter anderem Maschinen- und Anlagenführer, Modenäher, Modeschneider, Produktionsmechaniker, Produktprüfer, Produktveredler, Produktgestalter, Technischer Konfektionär, Textillaborant oder Textilreiniger. Dass auch künftig die Textilfirmen nicht unter Nachwuchsmangel leiden müssen, hat der Verband im Rahmen der Bundesinitiative "Passgenaue Vermittlung Auszubildender an ausbildungswillige Unternehmen" ein eigenes Projekt gestartet. Damit werden unter anderem Firmen, Schulen und Berufsausbildungseinrichtungen zusammengeführt. Außerdem bietet der Verband Hilfe bei weiterführenden Qualifikationen, beispielsweise zum Meister oder Techniker, an. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie von der Europäischen Union beziehungsweise dem Europäischen Sozialfonds für Deutschland.

 
erschienen am 09.12.2011 ( Von Ramona Nagel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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