Studentin Michaela Kettner aus Marienberg gehört zu den ersten Physik-Bachelor-Studenten an der TU Chemnitz. Ihre Lehrer haben die Leidenschaft für das Fach schon in der 6. Klasse geweckt.

Foto: TU Chemnitz

"Hochinteressant, logisch und eindeutig"

Michaela Kettner aus Marienberg studiert Physik an der TU Chemnitz - Lehrer weckten Neugier

Marienberg/Chemnitz. Wenn Michaela Kettner über ihren Studiengang spricht, kommt sie schnell ins Schwärmen. "Die Physik ist hochinteressant, logisch und eindeutig - man kommt auf jeden Fall zu einem Ergebnis und man kann alles wissenschaftlich begründen", sagt die Bachelor-Studentin. Zudem stehe Physikern die Berufswelt weit offen- von der Arbeit in einer Forschungsabteilung bis hin zur Finanzwelt.

Seit einem Jahr studiert sie Physik an der Technischen Universität Chemnitz und hat die Entscheidung noch keine Sekunde bereut. Bereits im Gymnasium entdeckte die Marienbergerin ihre große Liebe zur Physik. "Meine Lehrer Bernd Schulz und Wolfgang Börner haben daran einen wesentlichen Anteil. Ihre Physikstunden waren anspruchsvoll und sehr anschaulich. Viele Experimente erleichterten das Verständnis. Beide haben mich im Unterricht gefordert, aber auch gefördert", lobt die junge Frau, die im Gymnasium gemeinsam mit elf Jungen und einem Mädchen den Leistungskurs Physik absolvierte.

Angeregt von ihren Lehrern nahm sie in der 9. Klasse an der Physikolympiade im Chemnitzer Johannes-Kepler-Gymnasium teil und kam dadurch zum ersten Mal mit den Physikern der TU Chemnitz in Kontakt. Damals qualifizierte sie sich zum Landesfinale der Physikolympiade und ließ seitdem den Kontakt zur Chemnitzer Uni nicht mehr abreißen.

2006 folgte Michaela Kettner einer Einladung der Physiker und besuchte die Sommerschule. Wenige Wochen später nahm sie an der Herbstuniversität für Schüler teil. "Ich wollte auch mal in andere Studiengänge hineinschnuppern, hörte mir Maschinenbau-Vorlesungen an, merkte aber schnell, dass mich Physik mehr interessiert."

Während ihre Physiklehrer sich über die Leidenschaft freuten, schüttelten andere Pädagogen den Kopf und fragten, warum ein Mädchen ein naturwissenschaftliches Studium aufnehme. "Über dieses Unverständnis kann ich mich noch heute ärgern", sagt Michaela Kettner. Deshalb möchte sie auch andere Schülerinnen ermutigen, Technik- oder Naturwissenschaften zu studieren. Sie hat sich im Oktober 2008 für den neuen Bachelor-Studiengang Physik in Chemnitz entschieden - neben zwei weiteren jungen Frauen und 24 Herren. (MST)

 
erschienen am 04.01.2010
 
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