Peggy Kreft arbeitet als Kauffrau für Verkehrsservice im Mobilitätszentrum der Chemnitzer Verkehrsbetriebe. Täglich berät sie Kunden zu Tarifen, Fahrverbindungen und vielem mehr. Foto: Grit Strietzel
Nicht nur der Wunschberuf macht glücklich
Viele Schulabgängerinnen wollen Verkäuferin werden - Doch auch andere Jobs bieten täglichen Kundenkontakt und Abwechslung
Chemnitz. 360 Ausbildungsberufe gibt es in Deutschland. Doch Jahr für Jahr drängt die Hälfte aller Schulabgänger in gerade einmal zehn Berufe. Die Wahrscheinlichkeit, genau dort eine Stelle zu ergattern, ist eher klein. "Freie Presse" stellt deshalb in einer Serie Alternativen vor. Heute: Einzelhandelskauffrau.
Die meisten Mädchen wollen Verkäuferin werden. Einzelhandelskauffrau heißt der Beruf exakt. Wer gern täglich mit Menschen arbeitet, sich als Dienstleister sieht und Wert auf ein gepflegtes Äußeres legt, hat aber durchaus auch andere Möglichkeiten:
So arbeiten Fachverkäuferinnen im Nahrungsmittelhandwerk in Bäckereien oder Fleischereien, in den entsprechenden Abteilungen der Supermärkte beziehungsweise in Kaufhäusern. Kunden beraten, souverän mit Geld umgehen und bei allem Andrang freundlich bleiben, das ist das "tägliche Brot" in diesem Job. Die Zensur in Mathematik sollte nicht schlechter als 3 sein. Großer Pluspunkt: "Das Stellenangebot ist im Vergleich zu vielen anderen Bereichen ganz gut", sagt Michaela Barthel, Sprecherin der Chemnitzer Arbeitsagentur.
Wer verkaufen will und selbst eine Leseratte ist, für den kommt der Beruf Buchhändlerin in Frage. Die Ausbildung gibt es mit den Schwerpunkten Sortiment (Pflege des Lagerbestandes), Verlag (Manuskripte beurteilen) und Antiquariat (Ersteigern alter Objekte). Bewerber sollten allerdings keine Probleme damit haben, auch in einem anderen Bundesland zu arbeiten. Da es nur relativ wenige Lehrstellen gibt, benötigen sie auch gute Noten.
Wie komme ich mit der Bahn von A nach B? Gilt die Tagesfahrkarte 24 Stunden oder nur am gelösten Tag? Die Kauffrau für Verkehrsservice berät und verkauft - zum Beispiel in Kundenzentren des öffentlichen Nahverkehrs. Sie muss mit Reklamationen umgehen können und ein Gespür für Menschen haben. Die Verkehrsunternehmen bilden den Beruf mit den Schwerpunkten Verkauf und Service sowie Sicherheit und Service aus. Gute Noten in Mathematik und Deutsch sind ein Muss.
Den Gast in Empfang nehmen, ihm bei der Speise- und Getränkeauswahl helfen - das alles gehört zum Job der Restaurantfachfrau. Ob in Hotels oder Cafés, Kongresshallen beziehungsweise Kantinen oder beim Cateringservice - die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und gute Mathe-Kenntnisse Pflicht.
Die schönste Zeit des Jahres anderen zu verkaufen, das ist die Arbeit der Reiseverkehrskauffrau. Kenntnisse über fremde Länder gehören ebenso dazu wie das Recherchieren am Computer. Ab August gibt es den neuen Beruf der Kauffrau für Tourismus und Freizeit. Nach der dreijährigen Lehrzeit sind diese Kaufleute vor allem in touristischen Zentren, etwa in Freizeitparks, Touristinformationen und Kurbädern, tätig.
Von Grit Strietzel