Soldatin Panzerschütze Cathleen Blum übt während der ersten Geländeausbildung im Panzerbataillon 413 Torgelow den Umgang mit ihrem Sturmgewehr. Gegenwärtig sind rund 8,6 Prozent der 190.000 Berufs- und Zeitsoldaten Frauen.

Foto: Jens Köhler/ddp

Truppenbild mit Dame

Ohne Frauen geht bei der Bundeswehr nichts mehr - 16.300 Soldatinnen

Berlin. Ohne Frauen geht bei der Bundeswehr gar nichts mehr. Gegenwärtig sind nach Angaben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverteidigungsministerium, Thomas Kossendey (CDU), rund 8,6 Prozent der 190.000 Berufs- und Zeitsoldaten Frauen. 16.300 Soldatinnen prägen in allen Laufbahngruppen den militärischen Alltag der Streitkräfte.

In seinem neuen Report zum Thema "Gleichberechtigung und Akzeptanz von Frauen in der Bundeswehr" unterstreicht Kossendey: "Aus Sicht des Verteidigungsministeriums verläuft die Integration von Soldatinnen in die Bundeswehr weiterhin positiv. Der frühere Bundeswehrchef Georg Leber (SPD) hatte 1975 den Sanitäts- und Musikdienst für die Frauen auf freiwilliger Basis geöffnet. Sie durften aber den Dienst mit der Waffe in der Hand in Kampfeinheiten erst am 1. Januar 2001 antreten.

Differenziert betrachtet liegt der Anteil der Frauen im Sanitätsdienst zurzeit bei 41,2 Prozent. 7000 Soldatinnen arbeiten im Sanitätsdienst. In den übrigen truppendienstlichen Laufbahnen sind streitkräfteweit bei Heer, Luftwaffe und Marine 5,4 Prozent, also 9300 Frauen, vertreten. Nach Darstellung von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) ist für die Zukunft eine weitere Erhöhung des Frauenanteils in den Streitkräften geplant. Künftig soll der Anteil auf 50 Prozent im Sanitäts- und 15 Prozent im Truppendienst angehoben werden. Jung legt großen Wert auf Gleichstellung von Frauen und Männern. Ein wesentliches Ziel sei auch, die Vereinbarkeit von Familie sowie beruflichem Engagement für Frauen und Männer zu verbessern.

Als vordringliche Handlungsfelder nennt der Minister familiengerechte Arbeitszeiten, moderne Arbeitsformen wie Teilzeit- und Telearbeit, wo immer möglich flexible Dienstzeitgestaltung sowie ausreichende Möglichkeiten der Kinderbetreuung. An 36 Standorten in der Bundesrepublik gebe es seit einem Jahr Versuche für ein "Eltern-Kind-Arbeitszimmer". Einer Soldatin oder einem Soldaten soll es ermöglicht werden, ihr Kind zur Arbeit mitzubringen und es selbst zu betreuen. (ddp)

Von Friedrich Kuhn

 
 
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