Gründungswillige müssen künftig höhere Anforderungen überwinden.

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Über höhere Hürden auf eigene Beine

Neues Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt

Chemnitz. Das neue Jahr beginnt für Existenzgründer, die aus der Arbeitslosigkeit kommen, mit nicht so positiven Meldungen, denn die Leistungen des sogenannten Gründungszuschusses wurden reduziert, der Anspruch darauf eingeschränkt. Darüber informieren die Agenturen für Arbeit ebenso wie das Internetportal Gruendungszuschuss.de.

Das jährliche Budget dafür wurde von 1,8 Milliarden Euro auf 470 Millionen Euro reduziert. Neu sind außerdem folgende Details: -Auf den Gründungszuschuss besteht ab sofort kein Rechtsan- spruch mehr, er ist künftig eine Ermessensleistung. -Der Gründungszuschuss kann nur dann gewährt werden, wenn am Tag der Gründung noch ein Restanspruch auf Arbeitslosen- geld von mindestens 150 Tagen (bisher 90 Tage) besteht. -Nur noch in den ersten sechs Monaten (bisher neun Monate) erhalten Existenzgründer den Gründungszuschuss in Höhe des bisherigen Arbeitslosengeldes plus 300 Euro monatlich. -Der Zuschuss kann für weitere neun Monate (bisher sechs Monate) in Höhe von 300 Euro monat- lich geleistet werden.

Unverändert ist die Tragfähigkeit der Geschäftsidee durch eine Stellungnahme einer fachkundigen Stelle nachzuweisen. Ebenfalls unverändert müssen Gründungswillige die persönliche Eignung zur Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit nachweisen. Bei Zweifeln an der Eignung kann die Teilnahme an einer Maßnahme der Eignungsfeststellung oder zur Vorbereitung der Existenzgründung erfolgen. Zur Klärung der Eignung stehen auch die Fachdienste (Psychologischer Dienst, Ärztlicher Dienst) zur Verfügung.

Wenn die geplanten Einsparungen umgesetzt werden, führt dies nach Meinung von Andreas Lutz von der Informationsseite Gruendungszuschuss.de zu einem Rückgang geförderter Gründungen von etwa 140.000 im vergangenen Jahr auf rund 90.000 in diesem Jahr und 50.000 ab 2013.

Trotz der Kürzungen bleibe nach Lutz' Meinung der Gründungszuschuss auch künftig die wichtigste Form der Gründungsförderung in Deutschland - vor Beratungsförderung und Mikrokrediten. "Wer die richtige Vorgehensweise wählt, hat auch künftig gute Chancen auf die Förderung. Dabei werden schon im ersten Gespräch mit der Arbeitsagentur die Weichen gestellt." Andreas Lutz: "Wir raten allen Gründern dazu, sich vor dem ersten Termin gut zu informieren und mit einem erfahrenen Gründungsberater zu sprechen, um nicht in einen der Fallstricke zu geraten."

Das Internet-Portal Gruendungszuschuss.de ist eigenen Angaben zufolge führende Webseite zum Thema Existenzgründungsförderung in Deutschland. Betreiber Andreas Lutz, u. a. Autor des Standardwerks "Gründungszuschuss und Einstiegsgeld", legt Gründungswilligen einige Tipps ans Herz, die helfen sollen, die Chancen auf den Zuschuss zu erhöhen:

Antragstellung: Es ist noch wichtiger als bisher, formale Fehler zu vermeiden, die persönliche Eignung überzeugend darzustellen sowie die Gründungsentscheidung und -motivation richtig zu begründen.

Businessplan: Ein überzeugender Businessplan wird noch wichtiger als bisher. Sie weisen damit nach, dass Sie nach einer überschaubaren Zeit von den selbstständigen Einkünften leben können.

Ablehnung: Wenn der Antrag trotz guter Qualität des Vorhabens abgelehnt wird, sollten Sie nicht aufgeben. Es bestehen gute Aussichten, über Widerspruch und ggf. Sozialgerichtsverfahren doch noch zur Förderung zu kommen.

Zeitpunkt: Da der Gründungszuschuss zur Ermessensleistung wird, kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an. Wenn das vorgesehene Budget zur Neige geht, müssen mehr oder sogar alle Anträge abgelehnt werden, bis wieder neue Mittel zur Verfügung stehen.

Weitere Tipps des Experten: Den zusätzlichen Finanzbedarf sollte man gegebenenfalls durch Mikrokredite oder Bankdarlehen decken. Mit der Vorbereitung sollte man frühzeitig beginnen. Vom ersten Tag an sollte man versuchen, Umsätze zu generieren und, wenn nötig, geförderte Beratung in Anspruch nehmen. (db)

Service:

Folgende Bücher sind zu empfehlen:

Andreas Lutz/Monika Schuch, Existenzgründung. Die 50 wichtigsten Fragen und Antworten, Linde-Verlag, 208 Seiten, 14,90 Euro, ISBN 978-3-7093-0351-1.

Andreas Lutz, Gründungszuschuss und Einstiegsgeld, Linde-Verlag, 216 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 978-3-70930-3436.

Beratung: Die Arbeitsagentur Chemnitz bietet am 10. und 24. Januar, jeweils 14 Uhr, im Berufsinformationszentrum Chemnitz, Heinrich-Lorenz-Straße 20, Informationsveranstaltungen an. Kontakt per E-Mail: chemnitz.existenzgruenderbuero@arbeitsagentur.de

 
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Über höhere Hürden auf eigene Beine
Auf diese Fragen sollten Antragsteller vorbereitet sein
 
erschienen am 04.01.2012 ( Von Dietmar Bartel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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