Partner intensivieren Dialog
Berufsorientierung muss frühzeitig beginnen - Wirtschaft und Mittelschulen der Region verstärken ihre Zusammenarbeit
Chemnitz. Die Stärkung der Mittelschulen und deren konstruktive Unterstützung durch regionale Betriebe standen im Mittelpunkt der Fachtagung "Gemeinsam für Qualität - Wirtschaft und Mittelschule im Dialog" am vergangenen Donnerstag in Chemnitz. Mit diesem Arbeitstreffen reagieren die Handwerkskammer und die Industrie- und Handelskammer Chemnitz gemeinsam auf den demografischen Wandel und die damit einhergehende notwendige Sicherung von Fachkräften. Durch einen stärkeren Praxisbezug in der schulischen Ausbildung gilt es, die Schlüsselqualifikationen der Schüler intensiver zu fördern. Darauf aufbauend sehen sich die Ausbildungsbetriebe in Handwerk und Industrie in der Pflicht, das Entwicklungspotenzial der Lehrlinge besser zu berücksichtigen.
Grundlage dieser Vorhaben ist das im Vorjahr verabschiedete bildungspolitischer Papier "Bildung 2020 - Fachkräfte für die sächsische Wirtschaft, in dem sich die sächsischen Kammern klar positioniert haben und konkrete Vorschläge für ihren Beitrag unterbreiten. So können die Kammern auf eine Vielzahl erfolgreicher Projekte zur wirtschaftsnahen Berufsorientierung und zur Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft aufbauen.
"Seit 2008 haben wir in unseren Bildungs- und Technologiezentren in Chemnitz und Plauen über 3700 Schülerinnen und Schüler an praktische Arbeiten herangeführt. Alle jungen Leute mit Interesse für einen Handwerksberuf können grundsätzlich mit einer individuellen Beratung und Förderung durch die Handwerkskammer rechnen"- betont Dietmar Mothes, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz.
IHK-Präsident Franz Voigt unterstreicht: "Der Bedarf an ausbildungsfähigen und ausbildungswilligen Jugendlichen ist so hoch, wie nie und wird weiter anwachsen. Die Wirtschaft reicht deshalb allen die Hand, um die Qualität der sächsischen Mittelschulen weiter zu verbessern - Sachsen muss an der Spitze bleiben." Zur Fachtagung kamen rund einhundert Teilnehmer aus Schulen, Institutionen, Wirtschaft und Politik.
Schulabgänger finden derzeit eine enorme Auswahl an Ausbildungsplätzen. In der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer sind ca. 600, bei der Industrie- und Handelskammer rund 2200 freie Lehrstellen eingestellt. (NA)