Unterstützung für ein gutes Zeugnis
Derzeit arbeiten in Sachsen 24 Berufseinstiegsbegleiter an fast 80 Mittelschulen
Chemnitz. Die Coaches unterstützen rund 500 Jungen und Mädchen bei dem Weg ins Berufsleben. "Bei uns zählt jeder Schüler. Wir müssen lernschwächeren Schülern die bestmögliche Unterstützung anbieten, damit ihre Leistungsbereitschaft steigt und sie einen guten Einstieg ins Arbeitsleben finden", sagte Kultusministerin Brunhild Kurth. Ab Herbst 2012 gibt es in Sachsen eine Erweiterung der Berufseinstiegsbegleitung. Dann soll allen Mittelschulen die Begleitung zur Verfügung stehen. Die Weichen dafür hat die Staatsregierung im Juni durch eine entsprechende Änderung der ESF-Förderrichtlinie gestellt.
Die Voraussetzungen, dass diese Mädchen und Jungen einen Job finden, sind gut. Denn der sächsische Arbeitsmarkt entwickelt sich aktuell positiv. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Beschäftigung steigt und die gemeldeten freien Stellen befinden sich auf hohem Niveau. "Allerdings steigt der Bedarf der sächsischen Arbeitgeber nach gut ausgebildeten Fachkräften", sagte Jutta Cordt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. Wesentlicher Grund sei der Rückgang der Bevölkerung. Demnächst würden in Sachsen voraussichtlich weniger Einsteiger in das Berufsleben treten als Ältere aus diesem aussteigen.
Unter dem Motto "Prävention statt Reparatur" arbeiten die Berufseinstiegsbegleiter als persönliche Coaches mit den Schülern zusammen und unterstützen sie ab der Klassenstufe 8 bis zum Abschluss in der Schule sowie bei der Wahl eines geeigneten Ausbildungsberufes. Kultusministerin Brunhild Kurth appellierte an die Personalentscheider: "Die Jugendlichen haben eine Chance auf einen Arbeitsplatz verdient, auch wenn ihnen das Lernen etwas schwerer fällt als Anderen. Auch sie haben Stärken und Talente, von denen Arbeitgeber profitieren." Die Berufseinsteiger fördern die Interessen, Fähigkeiten und Stärken des jeweiligen Schülers und entwickeln darauf abgestellte berufliche Perspektiven. Die Unterstützung erfolgt mindestens bis zum Ende des ersten halben Jahres des Ausbildungsverhältnisses.
Die Leistungen der Berufseinstiegsbegleiter ergänzen die Arbeit der Berufsberater der Arbeitsagenturen. Das Projekt wird zu gleichen Teilen aus sächsischen Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und durch die Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen, die zugleich Projektträger ist, finanziert. Die Mittel für dieses Programm belaufen sich auf insgesamt 10,4 Millionen Euro. (fp)