Start eines Fernstudiums will gut überlegt sein

Wie lassen sich Studium, Beruf und Familie vereinbaren?

Chemnitz. Nach Schätzungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ist die Zahl der Fernstudierenden von rund 265.000 im Jahr 2003 auf knapp 400.000 im Jahr 2010 gestiegen. Die Mehrzahl der Teilnehmer sind dabei Erwerbstätige, die sich berufsbegleitend und weitgehend orts- und zeitunabhängig fortbilden und anerkannte Abschlüsse erwerben. Auffallend ist nach Angaben des BIBB ein hoher Anteil an Fernstudierenden ohne formale Hochschulzulassung. Damit leisten diese Bildungsangebote nach Angaben des Instituts einen wichtigen Beitrag zum lebensbegleitenden Lernen und zur Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung. Der Haken an der Sache: Fernlehrgänge ziehen sich meist über mehrere Jahre hin, in denen die Teilnehmer den schwierigen Spagat zwischen Erwerbstätigkeit, Familienleben, Freizeit und Lernen meistern müssen.

Angela Fogolin beschäftigt sich seit einigen Jahren am BIBB mit Fernlehrgängen. In ihren Augen wird der Aufwand für ein Fernstudium von vielen Interessierten unterschätzt. Denn nur so "nebenbei" lässt sich ein Fernstudium nicht stemmen. "Je nach angestrebtem Lehrgangsziel müssen zwischen 15 und 20 Stunden wöchentlich neben der Arbeitszeit eingeplant werden. Sehr wichtig ist daher, dass man bereits im Vorfeld die Unterstützung durch die Familie, den Partner oder das persönliche Umfeld sucht und die Teilnahme mit ihnen abstimmt", sagt Angela Fogolin.

Die Teilnehmer eines Fernlehrganges müssten ihr Lernpensum weitgehend selbst einteilen und den zeitlichen Verlauf ihres Lernprozesses selbst planen. Darüber hinaus sollten sie in der Lage sein, sich alleine und selbstständig Inhalte zu erarbeiten. "Menschen, die von vornherein wissen, dass für sie der direkte persönliche Kontakt und Austausch mit Lehrern und Mitschülern sehr wichtig ist, sollten daher eher andere Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen", rät Angela Fogolin.

Interessierten, die sich einen Überblick über Weiterbildungsangebote verschaffen wollen, empfiehlt sie eine Recherche mit der Suchmaschine des Deutschen Bildungsservers für Weiterbildungskurse (www.iwwb.de). Staatlich zugelassene Fernlehrgänge findet man in der Datenbank der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (www.zfu.de). Personen, die noch keine genaue Vorstellung haben, welches Ziel sie mit ihrer Weiterbildung anstreben, sollten eine fachkundige Beratung bei Kammern oder Berufsverbänden in Anspruch nehmen.

 
erschienen am 23.03.2012 ( Von Christian Wobst )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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