Sara Pützschel, Pfarrerin a.D. Sara Pützschel, Pfarrerin a.D.

Foto: Fernakademie

Studium bringt neue Impulse

Wegen einer chronischen Krankheit kann Sara Pützschel nicht mehr als Pfarrerin arbeiten

Limbach-Oberfrohna. Ihren Beruf als Landpfarrerin für eine Gemeinde mit 17 Dörfern musste Sara Pützschel schweren Herzens gesundheitsbedingt aufgeben. Sie ist an Multipler Sklerose erkrankt. Die ständige Erreichbarkeit und das viele Pendeln zwischen den verschiedenen Predigtstellen waren sehr anstrengend und wurden einfach zu viel. Um sich jedoch weiterhin für andere Menschen engagieren und diesen auch in schwierigen Zeiten zur Seite stehen zu können, will die 36-Jährige künftig als Psychologische Beraterin selbstständig arbeiten. Sie verfügt zwar über viel Erfahrung im Bereich der Seelsorge. Doch das genügte ihre nicht.

Bewusste Entscheidung

Deshalb schrieb sie sich für einen Fernlehrgang zur "Psychologischen Beraterin - Personal Coach" an der Fernakademie für Erwachsenenbildung ein. Besonders interessierten sie dabei die Hintergründe und unterschiedliche Herangehensweisen. "Für ein Fernstudium habe ich mich ganz bewusst entschieden, denn die Flexibilität dieser Weiterbildungsform war für mich ideal. Immerhin habe ich während des Lehrgangs noch einige Monate trotz gesundheitlicher Einschränkungen meine Gemeinde betreut", sagte Sara Pützschel. Beides hat sie gut gemeistert, denn den Fernlehrgang schloss sie mit einer sehr guten Note ab.

Für ihr Engagement beim Studium wurde Sara Pützschel ausgezeichnet. Sie gehört zu den Preisträgern des Studienpreises DistancE-Learning, in der Sonderkategorie "Lernen mit Handicap". "Sie beeindruckte die unabhängige Jury des Fachverbandes Forum DistancE-Learning mit ihrem Engagement bei der Weiterbildung sowie ihrem Einsatz für ihre Mitmenschen", hieß es zur Begründung.

Doch nicht nur beruflich, sondern auch privat gaben ihr die Lerninhalte neue Impulse: "Einige der Aufgaben passten exakt zu meiner ganz persönlichen Lebenssituation und zu wichtigen Entscheidungen, die mein Mann und ich zu fällen hatten", meinte die junge Frau. Gemeinsam mit ihrem Mann entschloss sich die 36-Jährige zur Adoption eines achtjährigen Mädchens.

Start als Selbstständige

Derzeit bringt Sara Pützschel ihr Fachwissen vor allem im Rahmen eines gegenseitigen Austausches in verschiedene Elterngruppen ein. Hier profitiert sie selbst von den Erfahrungen anderer und behält gleichzeitig den Anschluss an eine seelsorgerische Tätigkeit, die ihr schon immer sehr am Herzen lag. Sobald ihre Tochter sich richtig eingelebt hat, möchte Sara Pützschel beruflich wieder starten: Als selbstständige Beraterin wird sie dann andere Menschen unterstützen und begleiten. Dabei kann sie sich ihre Arbeitszeiten so flexibel gestalten, dass diese sowohl mit ihrer gesundheitlichen Situation als auch den Bedürfnissen ihrer kleinen Familie vereinbar sind. (mn)

 
erschienen am 08.06.2012
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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