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Selbstbewusst im Ehrenamt

Senioren sollten Aufgabe nach eigenen Wünschen und Neigungen auswählen

Bonn (dapd). Im Ruhestand übernehmen Senioren häufig ehrenamtliche Tätigkeiten. Etliche Ältere können sich vor Anfragen beispielsweise aus der Kirchengemeinde oder dem Sportverein kaum mehr retten. "Vor allem im sozialen Sektor werden immer mehr Ehrenamtliche gebraucht", bestätigt Uwe Kleinemas diesen Eindruck. Der Psychologe und Forscher am Zentrum für Alternskulturen der Universität Bonn rät Senioren, in Bezug auf Ehrenämter selbstbewusst vorzugehen.

Bevor man eine ehrenamtliche Tätigkeit übernimmt, sollte man sich selbst nach den Beweggründen fragen. Möchte man sich wirklich engagieren oder entspricht man damit vor allem den Erwartungen anderer? "Wenn man etwas nur übernimmt, um anderen Leuten zu gefallen, dann macht einen das auf Dauer unglücklich", sagt der Psychologe. Nur wenn sich eigene Wünsche, Bedürfnisse und Neigungen in der übernommenen Aufgabe widerspiegelten, könnten alle Beteiligten gewinnen.

"Wichtig ist auch, dass man seine Fähigkeiten und Sachkompetenzen anwenden kann", sagt der Experte. Obwohl heutige Senioren viel mehr Kompetenzen mitbrächten als die Generationen vor ihnen, würden diese in Ehrenämtern vielfach nicht abgefragt. Wer sich engagieren wolle, sollte also zum Beispiel darauf achten, dass er auch Verantwortung übernehmen dürfe und Entscheidungsbefugnis bekomme. "Dabei muss man damit rechnen, dass es zu Interessengegensätzen mit den Hauptamtlichen kommen kann, mit denen man sich dann auseinandersetzen muss", sagt Kleinemas.

Er rät Senioren, sich bei ihren Entscheidungen Zeit zu nehmen. Bevor man sich verbindlich auf etwas einlasse, sollte man sich zum Beispiel erst einmal nur ein paar Stunden engagieren oder für ein bis zwei Monate ein "Schnupperehrenamt" übernehmen. Dann könne man sehen, ob einem die Tätigkeit liege und sie in die eigene Zeitplanung passe. Außerdem bekomme man mit, wie Haupt- und Ehrenamtliche miteinander umgingen und ob man das Verhältnis als angenehm empfinde.

dapd

 
erschienen am 09.09.2010
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