Dr. Uta Fleischer vom Medizinischen Versorgungszentrum Mittweida stand Rede und Antwort im Chat.Foto: Ronny Rozum
Expertenrat zum Thema "Bluthochdruck"
Dr. Uta Fleischer vom Medizinischen Versorgungszentrum Mittweida beantwortete Ihre Fragen
Herzlich willkommen zu einem weiteren Expertenchat von freiepresse.de. Bluthochdruck ist einer der größten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. 35 Millionen Deutsche sind davon betroffen. Wann man von Bluthochdruck spricht und was sich dagegen tun lässt, erklärt Dr. Uta Fleischer vom Medizinischen Versorgungszentrum Mittweida am Mittwoch im Live-Chat von 11 bis 13 Uhr. Bitte beachten Sie, dass es sich um einen moderierten Chat handelt. Ihre Fragen werden Schritt für Schritt freigeschaltet - auf diese Weise behalten Sie und wir den Überblick.
Moderator: Liebe Chatteilnehmer! Sie können bereits jetzt Ihre Fragen zum Thema "Bluthochdruck" stellen. Wir freuen uns auf einen interessanten Chat - um 11 Uhr geht's los!
Moderator: Wir starten mit unserer ersten Frage:
MarkusBeier_Klingenthal: Sehr geehrte Frau Dr. Fleischer. Ich bin 42 Jahre alt und habe seit meinem 20 Lebensjahr Hypertonie. Mein Vater starb mit 56 Jahren an einem Schlaganfall. Nach einer hypertensiven Krise wurde ich in der Klinik auf Olmetec 20 sowie Carvedilol 12,5mg(1-0-1) eingestellt. Auf Grund einer Niereninsuffiziens nehme ich noch Torasemid 10mg. Da ich auch noch an weiteren Krankheiten leide (Diabetes, Fettstoffwechselstörung, chron. Schmerzen) würde ich gerne die Tablettenanzahl verringern. Kann man einen Versuch der Reduzierung an Tabletten unternehmen? Mein BD ist derzeit top eingestellt.
DrUtaFleischer: Sehr geehrter Herr Beier, wenn unter der derzeitigen Medikation der Blutdruck optimal eingestellt ist, würde ich keine Änderung vornehmen,da ohne Medikation ein Blutdruckanstieg erneut zu erwarten ist. Außerdem nehmen sie mit Olmetec (AT1-Blocker ) und Carvedilol ( Betablocker ) eine gute prophylaktische Medikation ein, welche herzentlastend ist und prognostisch günstig auf die Niereninsuffizienz ( vor allem in Hinblick auf Diabetes m.) wirkt.
AnnamarieRanstädt_GC: Guten Tag! Mein Vater nimmt schon seit seiner Jugend Blutdrucksenker, z.Z: Atacand. Wie es aussieht muss er diese Medikamente auch weiterhin auf lange Dauer nehmen. Sind da Sorgen berechtigt. Gibt es Nebenwirkungen auf solch lange Zeit? Sonst kommt er mit der Medikation gut zu recht, der Blutdruck ist unter den Medikamenten auch normal.
DrUtaFleischer: Sehr geehrte Fraun Ranstädt, ein optimal eingestellter Blutdruck ist die beste Prognose ( hohe Blutdruckwerte sind gefährlich bzgl. Schlaganfall, Nierenschwäche, Herzschwäche etc.). Eine Langzeiteinnahme mit diesem AT 1 Blocker ist ungefährlich.
Gast179: Ich nehme Rasilez/HTC und Biso-Hennig in Kombination. Der Blutdruck bewegt sich im Normalbereich. Ich habe aber das Gefühl, dass meine geschwollenen Beine und Knöchel eine Nebenwirkung sind. Kann das normal sein, es ist auch abhängig vom Wetter und der Tageszeit. Beim Gefäßchirurg war ich schon, ohne Befund, Nierenwert war beim allgemeinen Check auch ok.
DrUtaFleischer: Leichte Unterschenkelschwellung kann venös bedingt sein, durch die Belastung am Tage staut sich das Blut in den Beinen, durch Hochlagerung oder nach der Nachtruhe, läßt die Schwellung nach, evtl. könnte die Dosis von HCT( in der Regel 25 mg tgl.) optimiert werden ( Ausgangsdosis ?).Außerdem könnte eine Herzschwäche hinzugetreten sein. Nebenwirkungen von Blutdruckmedikamenten wären allerdings auch denkbar.
BelindaEckholdt_Chemnitz: Hallo! Ich (30) treibe regelmäßig viel Sport, wobei ich mitunter eine Pulsfrequenz von über 160 erreiche. Ich habe mich schon öfter gefragt, ob ein damit einhergehender hoher Blutdruck bei einer Trainingszeit von etwa 1 Stunde gut für den Körper ist oder ob man lieber in Intervallen trainieren sollte. Was ist Ihr Rat?mfg
DrUtaFleischer: Sehr geehrte Frau Eckholdt, meinten Sie wirklich Pulsfrequenz ( welche unter starker sportlicher Belastung durchaus passager erhöht sein kann/ darf)? oder meinten Sie einen Blutdruck von ca. 160 mmHg systolisch, der allerdings passager auch so erhöht sein dar. Nach dem Training sollte der Blutdruck doch rasch wieder in normale Bereiche sinken, die Herzfrequenz ebenfalls ( 120/ 80
mmHg und 60-80 / min).
Moderator: Die folgende Frage hat uns im Vorfeld per E-Mail erreicht:
Moderator: Guten Morgen, ich bin 49 Jahre alt und hatte immer einen normalen Blutdruck (zuletzt: zirka 130:80). Anfang August wurde mir Elontril gegen Depressionen verschrieben. Nach starken Herzschmerzen, Herzstolpern und einer Erhöhung des Blutdrucks (tw. 170:115) habe ich das Medikament nach Absprache mit meinen Psychiater vor 5 Wochen abgesetzt. Der Blutdruck ist jedoch, vor allem morgens/vormittags nach wie vor hoch (150:110). Tagsüber/abends gehen die Werte auf tw. 120:70 zurück. Meine Frage: Was kann ich in diesem Fall tun? Ich möchte nicht unbedingt wieder Medikamente nehmen. Habe ich "Hoffnung", dass sich der Blutdruck nach der Einnahme und dem Absetzen von Elontril wieder normalisiert?
DrUtaFleischer: Guten Morgen, ein Blutdruck von überwiegend 150/110 mmHg ( eine einmalige Messung wäre ausnahmsweise noch vertretbar) ist zu hoch und bedarf einer Therapie. Falls eine
Gewichtsreduktion möglich wäre ( ich kenne leider Ihr Ausgangsgewicht nicht ) oder regelmäßige sportliche Betätigung (z.B. 3 x wöchtlich ca. 1/2 Stunde Sport ) könnten die Blutdruckwerte sich um ca. 10 - 15 mmHg senken lassen.Sonst wäre doch nach Überprüfung mit einer Langzeitblutdruckmessung eine leichte medikamentöse Therapie anzuraten.
PeterTürpe_erz: Hallo! Bei Arztbesuchen habe ich, Mitte 30, immer einen viel zu hohen Blutdruck (Werte von 160 zu 80). Wenn ich selber messe, ist er aber im normal, sogar manchmal zu niedrig. Ich denke aber, meine Ärzte glaubt mir nicht. Gibt es irgendweinen Trick, diese "Weißkittelhypertonie" abzustellen?
DrUtaFleischer: Sehr geehrter Herr Türpe, so eine "Weißkittelhypertonie" scheint nicht allzu selten vorzukommen. Eine sichere Überprüfung wäre eine Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden unter normalen Alltagsbedingungen.
SabineD_Döbeln: Guten Tag! Was geschieht eigentlich mit dem blutdruck, wenn man häufig Extrasystolen hat, sackt dieser dann in den Keller? Hat dies gesundheitliche Folgen? Meine Ärztin meinte solche Herzstolperer hätte jeder einmal, und das wäre ungefährlich. Trotzdem bin ich beunruhigt.
DrUtaFleischer: Man unterscheidet Extrasystolen aus dem Herzvorhof ( ungefährlicher ) und aus der Herzkammer ( werden in Schweregrade eingeteilt nach Langzeit-EKG-Messung ). Wenn bereits überprüft wurde, daß es sich um vereinzelte ,sogenannte supraventrikuläre Extrasystolen handelt, wäre es akzeptabel. Allerdings können Herzrhythmusstörungen die Befindlichkeit beeinträchtigen. Symptomatische Herzrhythmusstörungen können auch mit Antidepressiva behandelt werden. Die Auswirkung auf den Bluthochdruck von einfachen, gelegentlichen Extrasystolen ist nicht bedrohlich.
UlrichSiemer_Chemnitz: Guten Tag, ist ein durchschnittlicher Blutdruck von 140/90 therapiebedürftig (bei normalem Gewicht)?
DrUtaFleischer: Sehr geehrter Herr Siemer, ein Blutdruck von 140 / 90 mmHg ist eigentlich schon grenzwertig. Wenn allerdings keine weiteren Begleiterkrankungen vorliegen (Diabetes, Nierenerkrankung
etc.) handelt es sich eher (noch) um einen Beobachtungsfall, zu berücksichtigen wären allerdings Beschwerden wie Kopfschmerzen, körperliche Schwäche, Leistungsminderung.
Moderator: Per E-Mail erreichte uns die folgende Frage:
Moderator: Sehr geehrte Damen und Herren Doktoren! Hier meine Frage im Voraus: mein Blutdruck ist durchschnittlich 145/95,kann ich durch gesunde Lebensweise eine Absenkung herbeiführen oder sind schon chem. Blutdrucksenker erforderlich? Es besteht auch eine erbliche Belastung elterlicher Seite. Ich bin 55 Jahre alt,1,86 m groß, wiege 90kg,gehe regelmäßig Blutspenden und 2-3mal wöchentlich ins Fitnessstudio. Vielen Dank im Voraus!
DrUtaFleischer: Sehr geehrter Patient, ein Blutdruck von 140/ 90 mmHg ist schon grenzwertig, durch regelmäßige sportliche Betätigung kann der Blutdruck positiv beeinflußt werden - auch durch Blutspenden sinkt der Blutdruck ab. Wenn keine weiteren Begleiterkrankunge bei Ihnen bestehen ( Nierenerkrankung, Diabetes mellitus etc.) ist ein Blutdruck von 145/ 95 allerdings eine strenger Beobachtungsfall. Ich würde eine Langzeitblutdruckmessung zur geneuen Klärung durchführen lassen.Evtl. wäre eine leichte Gewichtsreduktion noch günstig.
MarkusBeier_Klingenthal: Seit diesem Jahr ist ein neues Sartan(Edarbi) zugelassen worden. Angeblich würde es besser wirken wie das Olesartan und das Valsartan. Gibt es diesbezüglich schon in der Praxis eine Bestätigung dafür oder ist dies nur ein Werbeversprechen? Und wirkt dieses Medikament wirklich so gleichmäßig stark über 24h?
DrUtaFleischer: Sehr geehrter Herr Beier, die Wirkung der Sartane unterliegt sogenannten "Klasseneffekten". Allgemein eine sehr ähnliche Wirkung ist zu verzeichnen. Eine große klinische Erfahrung liegt mit diesem neuen Medikament allerdings nicht vor.
Moderator: Per E-Mail wurde auch die folgende Frage gestellt:
Moderator: Hallo! Ich habe schon einige Jahre ( 40 ) hohen Blutdruck. Mit den Medikamenten; Carvendilol 25mg ,Doxacor 8mg, Carmen ACE 10/10mg HCT-CT 25mg und Torasimid 10mg erreiche ich gute Werte 60/120-140. Plötzlich aber bekomme ich machmal Herzrasen, (Puls 95 - 100 ). Dann steigt der Blutdruck auf 180 und höher. Das kann 2-3 Tage dauern oder nur Stunden. Wenn es Tage dauert, schmerzt es auch hinter dem linken Schulterblatt. Manchmal vermute ich Wetterumschwung oder psychische Probleme dahinter. So schnell, wie es gekommen ist, ist es wieder vorbei. Wie nennt man eine solche Erkrankung und wie könnte ich sie evtl. profilaktisch bzw. während des Auftretens behandeln. Mein Hausarzt empfahl mir zusätzlich eine 1/2 Doxacor, hilft aber, wenn überhaupt, verzögert. Jedenfalls merke ich keine sofortige Besserung.
DrUtaFleischer: Es liegt bei Ihnen schon eine Mehrfachkombinationstherapie des Blutdruckes vor, welche zu guten Blutdruckwerten geführt hat. Ein Puls bis 100 Schläge / min ist noch nicht bedrohlich. Es könnten die Blutdruck- und Pulsschwankungen auch auf psychische Stimmungschwankungen zurückzuführen sein, Angststörung. Ein Blutdruck bis 180 mmHg ist jedoch unbedingt behandlungsbedürftig ( bei Ihnen sicherlich auch von pectanginösen Beschwerden - Herzschmerzen ) begleitet. Eine kurzfristige Lösung wäre auch ein leichtes Beruhigungsmittel .
Gast18: Hallo! Hat eine salzarme Kost wirklich einen Einfluss auf den Blutdruck? Gibt es überhaupt Lebensmittel, die man mit einem Bluthochdruck meiden sollte und solche, die sich positiv auf den Blutdruck auswirken?
DrUtaFleischer: eine salzarme Kost kann den Blutdruck leicht senken, da mit dem Natriumchloridgehalt des Körpers auch die Wassereinlagerung ( Volumen ) steigt. Insgesamt sollte man sich bei
Bluthochdruck gesund ernähren ( sogenannte Mediterrane Kost ), auf evtl. Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus achten.
Moderator: Per E-Mail wurde uns folgender Fall geschildert:
Moderator: Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin 69 Jahre und bei 85 kg 1,70 groß. Mein Blutdruck pendelt zwischen 160/80 und 170/90. Als Medikamente ist 1 x Moxonidin Al 0,3mg - 1 x Rasilez HCT 300mg/25mg - 2 x 1/2 Corifeo 20mg - 1 x Meto HEXAL 95mg verordnet. Langzeit und Belastungs EKG werden aller 6 Monate durchgeführt. Ich bin Nichtraucher und trinke fast keinen Alkohol. Trotz regelmäßiger körperlicher Belastung (Rehasport - Heimtrainer - Hund) salzarmer Kost, Fisch, Gemüse, Obst sowie reichlich Tee und Mineralwasser bleiben die Werte unverändert hoch. Was habe ich noch für Möglichkeiten meinen Blutdruck zu normalisieren? Ärzte empfehlen regelmäßig den Blutdruck zu messen, auf der anderen Seite aber wegen des "Weißkittelefektes" den Blutdruck nicht zu messen. Was ist eigentlich richtiger? Ich habe bei hohem Blutdruck keinerlei Beschwerden. Vor größeren Belastung (Heimtrainer) messe ich, nach etwa einer 1/2 Std sinkt der Blutdruck meistens auf Idealwert 145/80. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
DrUtaFleischer: eine regelmäßige sportliche Betätigung wirkt positiv auf den Bluthochdruck, das sollten Sie weiterführen. Werte von 170 mmHg systolisch sind zu hoch, eine Überprüfung mit einem
Langzeit-Blutdruckgerät wäre anzuraten, ob sich überwiegend solche Werte zeigen. Diese wären dann behandlungsbedürftig. Es liegt allerdings bei Ihnen schon eine Mehrfachtherapie vor. Bei hartnäckig
erhöhten Werten sollte doch an die Ursache einer sogenannten sekudären Hypertonie gedacht werden (Niere, hormonell, Gefäßanomalie).
MarkusBeier_Klingenthal: Gibt es eigentlich Medikamente für die Hypertonie die weniger müde und schlapp machen? Ich habe oft das Gefühl als wenn meine Medikamente mich antriebslos und müde machen.
DrUtaFleischer: Sehr geehrter Herr Beier, müde und schlapp machen Antihypertensiva meistens nur in der Einstellungsphase oder wenn zu niedrige Blutdruckwerte vorliegen. Außerdem kann ein optimal
eingestellter Blutdruck bei vorher langjährig pathologisch hohen Werten für den Körper zunächst gewöhnungsbedürftig sein.Evtl. liegt die Ursache aber nicht an den Blutdruckmitteln, sondern an Schmerzmitteln (chronische Schmerzen), nicht optimal eingestelltem Blutzucker oder einer Herzschwäche.
ChristineBäthe_Limbach: Guten Tag Frau Dr. Fleischer, ich habe bereits viele Jahre erhöhten Blutdruck und nehme Medikamente. Im Sommer stieg mein Blutdruck auf 230/110 und ich wurde ins Krankenhaus eingewiesen. Nach Untersuchungen und neue Einstellung der Medikamente nehme ich jetzt morgens 1 Blopress 16/12, 1 Maxonidin, 1/2 Bisoporol 5, und 1 L-Thyroxin Henning für die Schilddrüse. Abends nehme ich noch 1 Rasilez 300, 1 Maxonidin und 1/2 Bisoporol. Samstag war der Blutdruck wieder bei 210/94, hat sich aber in der Zwischenzeit wieder normalisiert. Eigentlich habe ich aber Angst, mit knapp 60 und solche Werte. Was kann ich noch veranlassen?
DrUtaFleischer: Sehr geehrte Fau Bäthe, trotz Mehrfachtherapie mit Ihren Blutdrucksenkern kommt es also zu Blutdruckkrisen. Eine weitere Abklärung bzgl. der Ursache ( mögliche sekundäre Hypertonie) wäre anzuraten. Es gibt auch die Möglichkeit der Hochfrequenzablation der Nierenarterien-Gefäße ( mit Katheter werden die den Blutdruck steigernden Nerven zerstört) . Eine andere Ursache wären auch psychische Schwankungen, bedarfsweise angstlösende Mittel wären da eine Möglichkeit.
BeateSchmidt_Freiberg: Hallo! Gibt es Möglichkeiten einem Bluthochdruck in der Schwangerschaft vorzubeugen? Danke!
DrUtaFleischer: Sehr geehrte Frau Schmidt, Bluthochdruck in der Schwangerschaft kann z.T. bedrohliche Folgen für Mutter und Kind haben ( engmaschige Blutdruckkontrollen bei bekannten erhöhten
Werten machen sich erforderlich). Die Therapie beschränkt sich ebenfalls auf einige wenige Mittel ( Betablocker, Methyldopa, z.B.). Eine Vorbeugung besteht allerdings in gesunder Ernährung und Vermeidung von übermäßiger Gewichtszunahme, Kontrolle der Schilddrüsenwerte, Nierenwerte etc.
MarkusBeier_Klingenthal: Im Rahmen eines Belastungs-EKG wurde im Befund an den Hausarzt empfohlen Spironolacton anzusetzten. Aus Angst vor Nebenwirkungen(Potenzstörungen, Gynäkomastie) habe ich abgelehnt. Ist diese Medikamentengruppe eigentlich für jüngere Männer so gut geeignet?
DrUtaFleischer: Sehr geehrter Herr Beier, Ihre Sorge vor den evtl. Nebenwirkungen ist allerdings berechtigt, mit diesen muß evtl. gerechnet werden. Allerdings sind nach neueren Studienlagen die Aldosteronantagonisten ( dazu zählt Spironolacton) wieder "im Kommen". Sie antagonisieren das in der Nebenniere gebildete Aldosteron (erhöht Wasser und Salzgehalt im Körper und damit den Bluthochdruck) und wirken günstig auf eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche ). Unter strenger Beobachtung der Blutelektrolyte (erhöht v.a. Kaliumspiegel - Vorsicht bei Nierenschwäche ! ) und der evtl. o.g. Nebenwirkungen wäre jedoch ein Therapieversuch möglich. Wenn allerdings die Blutdruckwerte sehr gut sind, würde ich nicht unbedingt eine Veränderung vornehmen.
Moderator: Liebe Chatteilnehmer, Sie haben nun noch etwa 20 Minuten Zeit, um weitere Fragen zu stellen...
UlrichSiemer_Chemnitz: Welcher Zusammenhang besteht zwischen Schuppenflechte und Bluthochdruck?
DrUtaFleischer: Sehr geehrter Herr Siemer, wenn eine Psoriasis (Schuppenflechte ) besteht, sollten bestimmte Antihypertensiva (Blutdrucksenker) gemieden werden, z.B. Betablocker
SonjaDippold_Ehrenfriedersdorf: Guten Tag! Mein Mann nimmt seit nunmehr 20 Jahren blutdrucksenkende Medikamente. Vom Arzt wird zweimal im jahr der Blutdruck gemessen, einmal im Jahr ein EKG gemacht. Sollte man noch weitere Maßnahmen zur Blutdruckkontrolle ergreifen, z.B. Ultraschall der Halsschlagader, etc. ? Vielen Dank für Ihren Rat!
DrUtaFleischer: Sehr geehrte Frau Dippold, bei einem optimal eingestellten Blutdruck machen sich nur Gelegenheitsmessungen,( die sie auch selbst vornehmen können ) erforderlich. Wenn allerdings
familiäre Risikofaktoren vorliegen,bzw. bei Ihrem Mann bereits Gefäßveränderungen, Begleiterkrnakungen festgestellt wurden, sollten doch wenigstens in größeren Abständen Untersuchungen wie Halsdoppler, Echokardiographie, Ergometrie etc. durchgeführt werden
UlrichSiemer_Chemnitz: Kann Schuppenflechte auch die Ursache für Bluthochdruck (bei Frauen) sein?
DrUtaFleischer: Sehr geehrter Herr Siemer, eine Blutdruckerkrankung durch Schuppenflechte ist nicht bekannt.
MarkusBeier_Klingenthal: An dieser Stelle möchte ich mich bei Frau Dr. Fleischer bedanken das Sie sich die Zeit genommen und die Fragen beantwortet hat. Dankeschön!
Moderator: Liebe Chatteilnehmer, unser heutiger Expertenchat zum Thema "Bluthochdruck" ist nun zu Ende. Zuvor bereits herzlichen Dank an alle, die sich beteiligt haben - zudem geht unser Dank an Dr. Uta Fleischer. Das Chatprotokoll wird am Nachmittag unter www.freiepresse.de/chat_bluthochdruck nachzulesen sein. Gern verweisen wir auch auf unsere Kollegen der Ratgeber-Redaktion, die heute zeitgleich ein Telefonforum zum Thema veranstaltet haben. Die Auswertung wird auf der Seite Ratgeber der "Freien Presse" am 10. November veröffentlicht.