Ein Ausritt im Frühjahr macht Reiter und Ross Vergnügen. Doch es lauern Gefahren in Form von Zecken, die beim Biss Bakterien übertragen und eine schwere Infektion auslösen können. Ein Ausritt im Frühjahr macht Reiter und Ross Vergnügen. Doch es lauern Gefahren in Form von Zecken, die beim Biss Bakterien übertragen und eine schwere Infektion auslösen können.

Foto: K.-U. Hässler/fotolia

Kleiner Biss mit fataler Wirkung

Zecken können Borreliose-Bakterien übertragen - auch auf Pferde

Bonn. In hohem Gras, auf Bäumen und in Gebüschen im Wald lauern Zecken vor allem im Frühjahr auf ihren Wirt. Die Blut saugenden Parasiten können durch die Übertragung von Borreliose-Bakterien die gleichnamige Krankheit verursachen - nicht nur bei Mensch, Hund und Katze, sondern auch beim Pferd. Einmal im Körper, können die Erreger verschiedene Organe schädigen. In diesem Fall spricht man auch von einer multisystemischen Infektion, die zu den unterschiedlichsten Krankheitssymptomen führen kann. Mit zunehmender Infektionsdauer verschlechtert sich im Regelfall der Gesundheitszustand des Pferdes. Daher ist nicht nur die Früherkennung wichtig, sondern auch die rechtzeitige Behandlung in einem frühen Stadium günstig.

Eine Erkrankung an Borreliose wird jedoch viel zu selten diagnostiziert, da sie in den Anfangsstadien oft unerkannt verläuft. Denn zwischen dem Zeitpunkt der Übertragung der Borrelien durch einen Zeckenbiss und ersten Krankheitsanzeichen können mehrere Jahre verstreichen. Während dieser Zeit sind häufig diffuse Krankheitsbilder mit variabler Symptomatik beim Pferd zu beobachten: Sie reicht von akuten Hautläsionen bis hin zu schweren rheumatologischen, neurologischen und kardialen Krankheitszeichen, die isoliert, aber auch in Kombination auftreten. Gangbildstörungen durch Muskelverspannungen, schubweise auftretende Lahmheiten, auffällige Schmerzempfindlichkeit sowie Hufrehe, Headshaking, Koliken und Huflederhautentzündungen können die Folge sein.

Nicht nur Bewegungsstörungen, auch Verhaltensänderungen wie Lethargie, Aggressivität oder Überreaktionen können auftreten. Deshalb sollte bei Therapieresistenzen oder bei wiederkehrenden Allgemeinerkrankungen eine Borreliose-Infektion in Betracht gezogen werden.

Das Mittel der Wahl für die Therapie ist nach wie vor der Einsatz eines Antibiotikums. Die Behandlung erweist sich häufig als langwierig und muss konsequent durchgeführt werden. Die Erreger kommen in zwei verschiedenen Entwicklungsstufen im Körper vor und sind nur im aktiven Stadium therapierbar. Hält sich der Erreger schon eine lange Zeit unentdeckt bzw. unbehandelt im Körper auf, nisten sich die Bakterien oft in schlecht durchblutetem Gewebe ein und wechseln in das sogenannte Schlafstadium. Dort sind sie jedoch mit Antibiotika nur schwer zu bekämpfen. Aus diesem Grund sind viele Pferde zwar frei von Krankheitsanzeichen, jedoch nicht komplett erregerfrei.

Als wichtigste Präventivmaßnahme gilt die tägliche Kontrolle des Fells und gegebenenfalls die Entfernung der Zecken mit einer Zeckenzange, da die Plagegeister die Infektion erst nach zirka zwölf Stunden weitergeben. Von März bis Oktober geht die Zeckensaison. Besonders aggressiv zeigen sich die Spinnentiere jedoch erfahrungsgemäß von Ende Mai bis Anfang Juni sowie Ende August.

Service

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erschienen am 27.04.2012 ( Von Anna Klabunde )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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