Heiko Heller, Thalheimer Tierarzt.Foto: Andreas Tannert/Archiv
Mit Chip und Heimtierpass ins Ausland
Gute Urlaubsvorbereitung mindert Reisestress
Chemnitz. Viele Hundebesitzer werden ihren vierbeinigen Freund mit auf Urlaubsreise nehmen. Fragen dazu wurden vom Thalheimer Tierarzt Heiko Heller bei einem Telefonforum am 15. Mai beantwortet. Hier eine Zusammenfassung der Aktion.
Wir möchten unseren Hund mit auf eine Flugreise nehmen. Wie bereiten wir das Tier auf dieses Ereignis richtig vor?
Zunächst sollte vor einer größeren Urlaubsreise der Tierarzt aufgesucht werden. Nicht nur für den Menschen sind größere und längere Urlaubsreisen mit Stress verbunden. Auch der Hund reagiert in solchen Fällen ähnlich. Um das Tier ordentlich auf längere Flüge vorzubereiten, sollte der Hund etwa zwölf Stunden vor Abflug zuletzt gefüttert werden. Um ein Erbrechen zu vermeiden, sollten Magen und Darm so gut wie leer sein. Deshalb empfiehlt es sich, den Hund vor dem Flug mehrmals auszuführen. Während des Flugs kann das Tier Ängste bekommen. Statt zu härteren Beruhigungsmitteln zu greifen, rate ich zu pflanzlichen Präparaten.
Welches Futter sollten wir unserem Hund im Ausland anbieten? Was ist bei der Fütterung außerdem wichtig?
Damit der Hund auch im Urlaub gesund bleibt, sind auch am Urlaubsort die festen Fütterungszeiten einzuhalten und das gewohnte Futter zu verabreichen. Um den Platz für das Futter zu bekommen, sollte man manches überflüssige Gepäck zu Hause lassen. Man erspart sich und dem Hund am Ende große Unannehmlichkeiten.
Unsere Urlaubsreise mit Hund geht nach Spanien. Was ist an heißen Tagen besonders zu beachten?
Gerade in den südlichen Ländern, wo viele Stunden ausgesprochen hohe Temperaturen herrschen, muss der Hund mehr zu saufen bekommen. Deshalb sind stets frisches Wasser sowie ein schattiger Platz für das Tier unerlässlich. Das in manchen Ländern aus der Leitung angebotene, gechlorte Wasser ist strengstens zu meiden. Vielmehr sollte man seinem vierbeinigen Begleiter Trinkwasser aus der Flasche anbieten.
Zum ersten Mal geht es mit unserem Hund in den Auslandsurlaub. Welche Papiere und Utensilien braucht er?
Sie müssen sich langfristig mit den Bestimmungen und Verordnungen des jeweiligen Landes vertraut machen. Auf alle Fälle benötigen die Tiere einen Mikrochip zur Identifizierung sowie bestimmte Impfungen und einen blauen EU-Heimtierpass. In manchen Ländern ist strikter Leinenzwang gefordert. Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind Erkrankungen, die zum Beispiel durch Sandmücken und Zecken ausgelöst werden können. Sie treten vor allem im Mittelmeerraum auf. Zu den wichtigsten Gepäckstücken gehört deshalb auch eine Reiseapotheke für das Tier. (wr)