Wenn sich Wanderer und Kühe treffen
Bei der Begegnung richtig verhalten und Unfälle auf der Weide vermeiden
Hamburg. Im Sommer brechen viele Deutsche zu einem erholsamen Wanderurlaub nach Süddeutschland, Österreich oder in die Schweiz auf. Dort begegnen sie auf Almwiesen häufig Kühen. Doch vor allem Städter fürchten sich oft vor Angriffen der großen Tiere.
Biologisch betrachtet sind Rinder Fluchttiere, die bei Gefahr weglaufen und von sich aus nicht aggressiv sind - es sei denn, es gibt keinen Fluchtweg oder sie verteidigen ihre Jungtiere. "Es ist ein Fortschritt, dass in vielen Almgebieten vermehrt Mutterkuhhaltung betrieben wird, die Kühen gemeinsam mit ihren Kälbern ein artgemäßes Dasein auf der Weide ermöglicht", sagt Johanna Stadler, Geschäftsführerin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. "Dies darf durch einzelne Zwischenfälle nicht gefährdet werden." Sie beruhen meist auf Missverständnissen und gegenseitiger Fehleinschätzung zwischen Mensch und Tier. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten gibt Tipps für ein friedliches Miteinander zwischen den sanften Riesen und Naturliebhabern.
So klärt man am besten schon vor der Wanderung ab, ob diese über Weiden führt und sucht gegebenenfalls nach alternativen Routen, besonders wenn Hunde mit von der Partie sind. Grundsätzlich sollte man markierte Wege nicht verlassen und ein achtsames Verhalten an den Tag legen. Ist die Überquerung einer Weide unvermeidlich, muss man sich ruhig verhalten und begleitende Hunde unbedingt anleinen. Hunde sind natürliche Feinde für Rinder und können deren angeborenes Abwehrverhalten auslösen, sodass eine ursprünglich friedfertige Kuhherde bedrohlich reagieren kann. Die Begegnung mit Tieren in der freien Natur ist ein beeindruckendes Erlebnis und kann den Wunsch nach Kontakt bewirken. Doch auch wenn das Kälbchen noch so niedlich aussieht, darf es nicht berührt werden, da dies den starken Schutzinstinkt seiner Mutter vermehrt wecken könnte. Vielmehr ist generell zu allen Rindern auf der Weide größtmöglicher Abstand zu halten. Lärmendes Verhalten, das Imitieren von Kuhlauten und plötzliche Bewegungen sollten auf jeden Fall unterlassen werden.
Berücksichtigt man diese Verhaltensregeln, besteht bei den tierischen Begegnungen nur noch ein nicht auszuschließendes Restrisiko. "Ein respektvoller Umgang mit der Natur und ihren Lebewesen ist jedenfalls die beste Voraussetzung für ein sommerliches Wandervergnügen", ist sich Stadler sicher. (fp)