Vom Steinbeißer gibt es fast nur Aquarium-Aufnahmen.Foto: Wikipedia
Der Steinbeißer lebt im Verborgenen
Die Letzten ihrer Art: Über das Vorkommen in Sachsen ist wenig bekannt. Erst vor wenigen Jahren wurde ein Hybride entdeckt.
Zschopau/Marienberg. Der Steinbeißer (Cobitis taenia) ist auf Sachsens Roter Liste nicht nur als vom Aussterben bedroht vermerkt, sondern genießt nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union auch besonderen Schutz. Im Erzgebirge ist der Süßwasserfisch zwar mehrfach in Berichten aufgetaucht, tatsächlich hat es ihn im Gebirge aber wohl nie gegeben. Das sagt Thomas Brockhaus, Mitarbeiter der Umweltbehörde des Landratsamtes. Er vermutet, dass die Art mit der Schmerle oder dem Gründling verwechselt wurde, die in Erzgebirgsflüssen vorkommen.
Aus den Unterlagen von Brockhaus geht hervor, dass es den Steinbeißer einmal am Unterlauf der Zwickauer Mulde gegeben haben soll. "Das ist der einzige Nachweis in unserer Region." Dieser geht allerdings auf das 17. Jahrhundert zurück. Heute ist die Art laut Brockhaus in Nordsachsen im Einzugsbereich der Mulde, im Oberlausitzer Teichgebiet nahe der Spree sowie an der Schwarzen Elster zu finden. Das hängt seinen Worten nach mit der Lebensweise des Tieres zusammen, das langsam fließende Gewässer mit kieshaltigem Grund bevorzugt. Über die Art sei relativ wenig bekannt, weil sie unter anderem Verbindungsgräben zwischen Teichen besiedelt, die bei Untersuchungen kaum erfasst werden. Deshalb ist wohl auch erst nach der Jahrtausendwende bekannt geworden, dass es in Sachsen neben der heimischen Art den Donau-Steinbeißer gibt. Letzterer ist sonst in Bayern zu finden. Kreuzen sich die beiden Arten, entsteht ein Bastard oder Hybride. Der Mischling weist Eigenschaften beider Eltern-Arten auf und kommt besser mit sich ändernden Umweltbedingungen zurecht als die Ursprungsarten, weiß Thomas Brockhaus. Allerdings ist der Hybride nur begrenzt fortpflanzungsfähig.
Steinbeißer erreichen eine Länge von acht bis zehn Zentimetern. Ihr Rücken weist eine gelbbraune, von kleinen dunklen Flecken unterbrochene Färbung auf. Die Schuppen auf der Bauchseite sind blassgelb bis orange gefärbt. Der Kamm auf dem Rücken besitzt mehrere Reihen schwarzgrauer Flecken. Am Maul trägt der Steinbeißer sechs Bartfäden. Unter den Augen befindet sich ein beweglicher Dorn, mit dem das Tier schmerzhaft zustechen kann.