Ein Fadenmolch-Männchen in Wassertracht.Foto: Christian Fischer/Wikipedia
Ein Schwanzlurch mit Doppelgänger
Die Letzten ihrer Art: Teich- und Fadenmolch sind leicht miteinander zu verwechseln. Während erstgenannte Art häufig vorkommt, ist letztere vom Aussterben bedroht.
Zschopau/Marienberg. Ein fadenförmiger Schwanzfortsatz hat dem Fadenmolch (Lissotriton helveticus) seinen Namen gegeben. Dennoch ist die in Sachsen vom Aussterben bedrohte Art leicht mit dem Teichmolch zu verwechseln, der sowohl im Tiefland als auch im Gebirge häufig vorkommt, weiß Thomas Brockhaus, Mitarbeiter der Umweltbehörde des Landratsamtes.
Ein Fadenmolch stellt dagegen ganz spezifische Ansprüche an seine Umgebung. Er lebt hauptsächlich in zusammenhängenden Laubwaldgebieten der Mittelgebirge und sucht dort kühle, schattige Kleingewässer zur Fortpflanzung auf. Seine Verbreitungsgrenze reicht östlich an das Westerzgebirge heran. Daher sind nur im Vogtland und in Thüringen einige natürliche Vorkommen bekannt. "Nachweise gibt es aber auch im Erzgebirgskreis. Allerdings wurde der Fadenmolch dort von Menschenhand angesiedelt", erklärt Brockhaus. Zu den zwei bekannten Standorten gehört neben Oelsnitz das Flächennaturdenkmal Hammergrund-Teich in Thalheim. Von letzterem liegen seit Mitte der 1980er- bis Mitte der 1990er-Jahre regelmäßige Nachweise vor. Danach gab es jedoch keine Informationen mehr. Brockhaus: "Ob die Art ausgestorben ist oder einfach nicht mehr nach ihr gesucht wurde, bleibt ungewiss."
Fadenmolchbestände haben darunter zu leiden, dass ihre Kleingewässer zugeschüttet beziehungsweise Müll, Dünger und Umweltgifte eingetragen werden. Auch bei den Wanderungen, etwa vom Winterquartier zum Laichgewässer, werden immer wieder Tiere überfahren. Der Grund, weshalb der Fadenmolch auf der Roten Liste Sachsens in der höchsten Gefährdungsstufe auftaucht, ist allerdings nicht in einem extremen Rückgang der Art in den vergangenen Jahren zu suchen. "Vielmehr in den seit jeher geringen Beständen, die sich in Sachsen auf den Raum um Klingenthal konzentrieren", erklärt der Umwelt-Fachmann.