Ein Kranich kann bis zu 2000 Kilometer am Stück zurücklegen.
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Ein Überflieger im Erzgebirge
Die Letzten ihrer Art: Brutgelegenheiten findet der Kranich kaum im Erzgebirge
Zschopau/Marienberg. Zschopau/Marienberg. Der Kranich (Grus grus) gibt im Erzgebirge nur eine Gastrolle. Insbesondere auf seinem Zug im Frühjahr und Herbst wird er von Zeit zu Zeit über dem Großen Kranichsee bei Carlsfeld beobachtet. Der Name des Hochmoorgebietes leitet sich indes nicht, wie zu vermuten ist, von dem deutschen Namen, sondern sehr wahrscheinlich dem slawischen Wort "Granica" (Grenze) ab.
Die Brutgebiete befinden sich im Freistaat vor allem in der Lausitz und im Leipziger Raum, erklärt Joachim Georgi, Hobby-Ornithologe und ehrenamtlicher Naturschutzhelfer in Crottendorf: "Dort findet das Tier Moore und Gewässer mit großen Schilfflächen."
Der Bestand hat in den zurückliegenden Jahrzehnten stark zugenommen, so dass Fachleute den Kranich gegenwärtig als nicht gefährdet ansehen. Trotzdem gilt er auf Sachsens Roter Liste der bedrohten Arten weiter als "stark gefährdet". "Das Tier ist dort eindeutig fehl am Platze. An diesem Beispiel wird klar, dass die Liste nicht auf dem neuesten Stand ist", nimmt Georgi kein Blatt vor den Mund. Seinen Worten nach war die Population in den 1950er und 1960er Jahren extrem gefährdet. Später kehrte sich der Trend um. "Ab den 1970er-Jahren breitete sich die Art extrem aus", sagt Georgi.
Brutgebiete sind im Nordosten Europas und im Norden Asiens zu finden. Dabei markieren die Flüsse Weser und Aller die westliche, der 51. Breitengrad die südliche Grenze des Verbreitungsgebietes, berichtet die Fachliteratur. Demnach bewirkte seit Beginn des 20. Jahrhunderts der Verlust von Lebensräumen, dass sich die Südgrenze des europäischen und mittelasiatischen Areals um bis zu 400 Kilometer nach Norden verschoben hat. Zurückgeführt wird diese Entwicklung vor allem auf die Trockenlegung und Kultivierung von Feuchtgebieten, das Einsammeln der Eier sowie die Bejagung.
Kraniche nehmen sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung zu sich. Während der Frühjahrsrast ernähren sie sich überwiegend von Saaten.