Nur nachts wird die Kröte aktivFoto: Wikipedia
Kröte schaut durch Katzenaugen
Die Letzten ihrer Art: Die Knoblauchkröte unterscheidet sich in einigen Details von ihren Artverwandten. Auf der Roten Liste Sachsens gilt das Tier als gefährdet.
Zschopau/Marienberg. Die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) ist wegen ihrer verborgenen Lebensweise nur wenig bekannt. Um auf ihre Gefährdung in der Natur aufmerksam zu machen, war die Art 2007 zum Lurch des Jahres gekürt worden. Mit seinen scharfkantigen, verhornten Auswüchsen an den Fußsohlen kann sich das Tier schnell in lockeren Boden eingraben, wo es den Tag verbringt. Erst in der Dämmerung wird es aktiv und geht auf Nahrungssuche.
Die auf Sachsens Roter Liste als gefährdet eingestufte Knoblauchkröte kommt nur im nördlichen Teil des Erzgebirgskreises vor. Thomas Brockhaus, Mitarbeiter der Umweltbehörde des Landratsamtes, berichtet von Standorten in Lugau, Oelsnitz und Niederwürschnitz. "Dort gibt es tiefgründige Böden, in denen sich die Kröten eingraben können", begründet der Fachmann das begrenzte Auftreten. Die Tiere leben beispielsweise an Feldrainen, nur zum Laichen gehen sie ins Wasser. Dabei sind sie nicht wählerisch. "Schon ein schmaler Gewässersaum genügt ihnen", weiß Brockhaus. Tagsüber sitzen sie dann unter Wasser. "Man sieht sie nicht, nur ihre Rufe sind noch hörbar", sagt Brockhaus. Wenn auch leise, da Knoblauchkröten keine Schallblase besitzen. Eine Besonderheit ist neben der Pupillenform - vergleichbar mit einem Katzenauge - das Wachstum der Kaulquappen. Die Larven erreichen eine Größe von etwa zehn Zentimetern, werden damit viel größer als die späteren Kröten. Die ausgewachsenen Tiere messen etwa sechs Zentimeter.
Die frühesten Fossilfunde der Knoblauchkröte in Mitteleuropa stammen von vor etwa zwei Millionen Jahren. Für das Eiszeitalter liegen weit verbreitete, allerdings nicht sehr häufige Nachweise insbesondere aus Gebieten mit Lößböden vor. Die nacheiszeitlichen Warmphasen waren dagegen mit einer intensiven Wiederbewaldung verbunden - bei der "Steppenart" Knoblauchkröte führte dieser Umstand zwischenzeitlich sogar zu einem Rückgang.