Vogel Nördlicher Raubwürger mit aufgespießter Beute.

Foto: Foto: Szczepanek/Wikipedia

Raubwürger macht Jagd auf Mäuse

Die Letzten ihrer Art: Brutnachweise der Rote-Liste-Art finden sich in den Schutzgebieten bei Satzung

 

Zschopau/Marienberg. Der Nördliche Raubwürger (Lanius excubitor) lässt sich im Erzgebirgskreis nur im Kammgebiet nieder, um seine Jungen aufzuziehen. Brutstätten der amselgroßen Vogelart haben Ornithologen bei Satzung im Naturschutzgebiet "Schwarze Heide - Kriegswiese" und in der Mothäuser Heide - dem ältesten Moor-Schutzgebiet im Erzgebirge - ausgemacht.

Zwar gilt der Raubwürger auf Sachsens Roter Liste der bedrohten Arten als "stark gefährdet". Doch die Realität sieht etwas erfreulicher aus. Diese Ansicht vertritt zumindest der Kreisnaturschutzbeauftragte Rüdiger Schorsch. "Man sieht den Vogel häufiger als früher", sagt der Großolbersdorfer. Er muss es wissen. Als Betreuer der Moor- und Bergwiesen bei Satzung ist Schorsch mindestens einmal wöchentlich in dem Gebiet unterwegs. Wer gezielt nach der Art Ausschau hält, wird auch fündig, ist sich der Ornithologe sicher.

Dagegen bleiben ihm die Gelege meistens verborgen. "Die Vögel brüten in Fichten oder in hohen Hecken. Wobei das Nest gut versteckt und nur schwer zu finden ist." Den jüngsten Brutnachweis erbrachte der Großolbersdorfer, indem er die Eltern beim Füttern ihrer schon ausgeflogenen Jungvögel beobachten konnte. Die Nahrung des Nördlichen Raubwürgers besteht vorrangig aus Mäusen und Großinsekten. Nur im Herbst verzehrt er in geringen Mengen auch Früchte. Mäuse stehen auf seinem Speisezettel jedoch an erster Stelle. "Gemessen an der Gesamtnahrungsmenge liegt der Anteil etwa bei 80 bis 90 Prozent", schätzt der Kreisnaturschutzbeauftragte. Nur bei Nahrungsmangel - beispielsweise hohen Schneelagen im Winter - macht der Raubwürger auf verschiedene Kleinvogelarten Jagd. Nicht zuletzt wegen seines Nahrungsspektrums bevorzugt das Tier Brutgebiete mit einer guten Rundumsicht - offene Landschaften wie Moorränder mit einzelnen Fichten und Büschen.

Neben dem Nördlichen Raubwürger, der sich sogar in den subarktischen Zonen wohlfühlt, gibt es den Südlichen Raubwürger (Lanius meridionalis). Beide Arten ähneln sich zwar, letzterer ist aber schlanker, deutlich leichter und erheblich langbeiniger als sein nördlicher Verwandter. Wie der Name schon sagt, kommt der Südliche Raubwürger in südlichen Gefilden vor - etwa in Spanien und Nordafrika.

 

 
erschienen am 02.04.2011 ( Von Mike Baldauf )
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Blumen versenden

Für sonnige Gemüter

Machen Sie einem lieben Menschen eine Freude. Schnell und einfach Blumengrüße innerhalb Deutschland verschicken. Auf Wunsch mit persönlichem Grußkärtchen.

weiter lesen