Taucher Taucher im Prachtkleid.

Foto: Szczepanek/Wikipedia

Taucher brütet gern in Gesellschaft

Die Letzten ihrer Art: Schwarzhalstaucher gilt in Sachsen als stark gefährdet.

Zschopau/Marienberg. Zu den in Sachsen stark gefährdeten Arten zählt der Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis). Im Erzgebirgskreis lässt sich der mit gelb- bis bronzefarbenen Ohrenbüscheln auffällige Kurzstrecken-Zugvogel nur sporadisch auf Stauseen nieder - etwa, wenn er in diesen Tagen aus seinem Winterquartier zurückkehrt.

Als einzig bekannter Brutplatz im Erzgebirge gilt der Große Hartmannsdorfer Teich in der Nähe von Freiberg. Allerdings ist der Bestand stark schwankend, weiß der Marienberger Ornithologe Rolf Giller. Während dort etwa im Jahr 2002 25 Brutpaare gezählt wurden, registrierten die Ornithologen 2005 nur ein einziges. Im Jahr darauf waren es schon wieder sechs. Die Fachwelt rätselt noch, warum das so ist. Verbrieft ist hingegen, dass sich die bedrohte Art gern in Gesellschaft von Trauerseeschwalben- und Lachmöwen-Kolonien - letztere gibt es in Großhartmannsdorf - begibt. "Möglicherweise fühlen sich die Vögel in den Kolonien vor ihren Fressfeinden sicher", vermutet Giller.

Bis Ende des 21. Jahrhunderts wird sich das Verbreitungsgebiet des Schwarzhalstauchers um 80 Prozent verkleinern. Davon geht ein Forschungsteam aus, das im Auftrag der britischen Umweltbehörde und der Royal Society for the Protection of Birds - Europas größte Organisation, die sich um den Schutz von Wildvögeln kümmert - die künftige Verbreitung von europäischen Brutvögeln anhand von Klimamodellen untersuchte. In Europa gibt es zwischen 53.000 und 96.000 Brutpaare.

 
erschienen am 10.03.2011 ( Von Mike Baldauf )
 
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