Achtklässler der Viehweg-Mittelschule Frankenberg haben gestern bei einer Führung mit Verlagsmitarbeiter Stefan Kalinsky das Druckzentrum der "Freien Presse" in Chemnitz kennen gelernt.

Foto: Andreas Truxa

Mit den Zeitungsmachern auf Tuchfühlung

Die "Freie Presse" hat in dieser Woche für Abwechslung im Unterrichtsalltag von Frankenberger Mittelschülern gesorgt

Frankenberg. Beim Umgang mit dem Internet, sozialen Netzwerken und Mobiltelefonen kennen sie sich aus - manchmal zu gut. Denn die Hausordnung der Frankenberger Erich-Viehweg-Mittelschule verbannt Handys aus dem Unterricht. Ganz im Gegensatz zu einem Medium, welches für manchen Schüler bisher eher "das unbekannte Wesen" darstellte: Die Tageszeitung hat für mehrere Wochen Einzug gehalten in die Deutsch-Stunden der Mädchen und Jungen der siebten und achten Klassen.

Möglich gemacht hat es das neue medienpädagogische Projekt der "Freien Presse" mit dem Titel "Zeitung im Unterricht". Der Name ist Programm: So kommt die Zeitung nicht nur frei Haus in die Schule zum Lesen. Neben der Lektüre stehen Themen wie Pressefreiheit, die Unterschiede zwischen Zeitungen und Zeitschriften, Stilformen der Berichterstattung bis hin zu Vorstellung der Berufsbilder in der Medienbranche auf dem Lehrplan.

In der Frankenberger Mittelschule erhielt Deutsch-Lehrerin Diana Knackert dazu am Mittwoch neben dem Unterrichtsmaterial der "Freien Presse" auch personelle Verstärkung von der Lokalredaktion Mittweida. So erfuhren die Mädchen und Jungen der 8a aus erster Hand, was den Alltag von Reportern und Fotografen bei der regionalen Tageszeitung bestimmt und welche Voraussetzungen der berufliche Nachwuchs für die verschiedenen Sparten des Verlags mitbringen sollte. Gestern gewährte das Zeitungshaus den Schülern zudem einen Blick hinter die Fassade des Druckzentrums der "Freien Presse" in Chemnitz.

Zeitung im Unterricht: Der Lokalchef der "Freien Presse" Mittweida, Jan Leißner, berichtete in der Viehweg-Mittelschule Frankenberg über die Berufsbilder und Arbeitsalltag in der Redaktion.

Foto: Falk Bernhardt

Vom Projekt ist nicht nur Lehrerin Diana Knackert begeistert: "Auch von den Schülern ist das gut angenommen worden, viele haben die Zeitung nach dem Unterricht auch mit nach Hause genommen", berichtet sie. Das kann ihr Schüler Matthias Hilbig bestätigen: "Ich fand das Projekt gut." Obwohl der 14-Jährige meist eher das Internet nutze, hält er die Zeitung durchaus noch für zeitgemäß. Mitschülerin Joan Zahn schaut auch ab und zu in die "Freie Presse". Ihr Favorit ist der Sportteil. "Ich spiele ja selbst Fußball beim TSV Dittersbach", sagt die 14-Jährige. Und auch für ihre Berufswahl ist das Projektthema relevant: "Ich würde gern was mit Grafikdesign machen."

Das Interesse könnte ihr auch beim Zeitungsprojekt dienlich sein. Denn als nächsten Schritt sollen die Schülern selbst eine Zeitung produziert, mit eigenen Berichten und selbst gestaltet. "Für das Produkt gibt es am Ende auch eine Note", kündigt Diana Knackert an.

Weg durch die Medienwelt

Im medienpädagogischen Projekt "ZimU - Zeitung im Unterricht" ermöglicht die "Freie Presse" mit dem Projektpartner Envia M Schülern eine kostenfreie, tägliche Zeitungslektüre und damit einen spannenden Weg durch die Medienwelt. Fünf Bildungseinrichtungen aus Mittweida, Frankenberg und Hainichen haben bereits Erfahrungen mit dem Pilotprojekt gemacht. Die Schüler erhalten für jeweils vier Wochen die "Freie Presse" in die Schule geliefert. Für den Projektunterricht werden auch Arbeitsmaterialien zu verschiedenen Themenbereichen im Umgang mit Medien gestellt. Zum Angebot gehören auch Ausflüge ins Druckzentrum der "Freien Presse" sowie Projektstunden zum Thema Energie. (jl)

 
erschienen am 01.06.2012 ( Von Jan Leißner )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)
Das könnte Sie auch interessieren

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern