Studium

Auf den Spuren alter Fabriken

Studiengang Industriearchäologie an der TU Freiberg verknüpft Naturwissenschaft und Geschichte


Die Studenten Jürgen Kabas und Stefanie Preißler bei einer Georadarmessung im Chemnitzer Stadtpark. Gemeinsam mit Hellfried Petzold (r.) aus Senftenberg suchen sie nach der Saigerhütte.

Foto: Andreas Seidel

Freiberg. Technik- und Kulturgeschichte, Archäologie, Natur- und Ingenieurswissenschaften sowie Marketing und Management in einem Studiengang kombiniert - das finden Abiturienten an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Deutschlandweit einmalig bietet die Hochschule das Studium der Industriearchäologie an. Neben den bisher genannten Fächern gibt es zudem Veranstaltungen in Denkmalpflege oder Museologie.

"Historiker können die Bedeutung von Industrieanlagen nur anhand der geschichtlichen Umstände beurteilen. Der Industriearchäologe aber hat auch das Verständnis für die technische Funktionsweise. Mit seinem Wissen im Management- und Marketingbereich kann er zudem noch Nachnutzungskonzepte entwickeln", erklärt Professor Helmuth Albrecht, Leiter des Instituts für Wissenschafts- und Technikgeschichte an der Bergakademie. Während des Studiums wird außerdem sehr viel Wert auf die praktische Arbeit gelegt. Bereits im vierten Semester müssen die Studenten Projektseminare belegen.

Im Zuge der europaweiten Angleichung von Studiengängen wurde auch die Industriearchäologie vom Diplom- auf Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt. Nach dem sieben Semester dauernden Bachelorstudium, das die Grundlagen in den genannten Wissenschaftsbereichen legt, schließt sich der drei-semestrige Master an. "Der Bachelor ist zwar schon ein vollwertiger Abschluss", sagt Albrecht. "Doch ich bin der Meinung, dass in der Industriearchäologie der Master ganz entscheidend ist." Dieser vertieft einerseits die Grundlagenkenntnisse der Studenten, andererseits kommen hier Veranstaltungen in der Rechtswissenschaft hinzu, so zum öffentlichen Bau- und Planungsrecht.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Englischkenntnissen der Studenten. "Fast die gesamte Fachliteratur ist in Englisch verfasst, deswegen müssen unsere Studenten sowohl im Bachelor als auch im Master Seminare dazu absolvieren. Selbst reguläre Veranstaltungen werden teilweise in Englisch gehalten", erklärt Albrecht.

Die späteren Einsatzfelder von Industriearchäologen sind vielfältig. Sie können in Ämtern für Denkmalpflege oder Museen tätig sein, ebenso im Wissenschaftsjournalismus oder in der Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen sowie in allen Bereichen der industriearchäologischen Forschung. Mittlerweile arbeiten Industriearchäologen zudem als Freiberufler oder in Architekturbüros. Wichtig ist, schon während Praktika Kontakte zu knüpfen und sich zu spezialisieren.


Service

Der Studiengang ist nicht zulassungsbeschränkt. Pro Jahr werden 10 bis 15 Studenten neu immatrikuliert.




Von Anika Heber


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