Fitness
"Alle Zehne" statt "Alle Neune"
Bowling ist ein Sport für Jung und Alt
Die Kegel heißen "pins", und es stehen zehn davon am Ende der Bahn und nicht neun wie beim Kegelsport.
Neu-Isenburg. Bowling ist ein recht junger Sport. Erst in den fünfziger Jahren fand die US-amerikanische Variante des Kegelns in Deutschland eine breitere Anhängerschaft. Seitdem entstanden in vielen Städten Bowling-Center, in denen auf geölten Bahnen aus Parkett die Kugel rollt. "Bowling ist eine Sportart, die man in der Jugend genauso betreiben kann wie im hohen Alter", hebt Trainerin Gisela Göbel von der "Deutschen Bowling Union (DBU)" hervor. Denn wichtig für den treffsicheren Wurf sei nicht die Kraft, sondern eine gute Technik.
Entsprechend seiner Herkunft werden beim Bowling viele englische Begriffe gebraucht. Die Kegel heißen zum Beispiel "pins", und es stehen zehn davon am Ende der Bahn und nicht neun wie beim Kegelsport. "Außerdem nennt man die Kugeln 'balls', also Bälle", erklärt Göbel. Das Ziel ist jedoch ebenso wie beim europäischen Schwestersport, möglichst viele "pins" mit einem Wurf zu Fall zu bringen. Liegen gleich beim ersten Wurf "alle Zehne" am Boden, freut man sich beim Bowling über einen "strike".
In der Regel sucht sich jeder Spieler zu Beginn einen Ball aus, mit dem das gesamte Spiel bestritten wird. Profis bringen meist eigene "balls" mit auf die Bahn. Denn die Spielgeräte müssen passen: Die Kugeln haben drei Löcher (Bohrungen), an denen man sie mit Daumen, Mittel- und Ringfinger greift. "Wenn man den Ball anhebt und umdreht, sollte er locker auf der Handfläche liegen", sagt die Bowlingexpertin aus Neu-Isenburg. Wenn dabei Hohlräume entstünden oder sich die Finger verkrampften, müsse eine neue Kugel gewählt werden. Darüber hinaus gibt es leichte und schwere Bälle.
Beim Wurf sind laut Göbel Konzentration und ein geschmeidiger Bewegungsablauf ausschlaggebend. "Kraft hilft beim Bowling nicht weiter", betont die Trainerin. Entscheidender sei, den Ball in einem schönen Bogen zu werfen. Außerdem sollte man während des Wurfs nicht auf die "pins" schauen, sondern den Kopf lieber unten behalten und sich an kleinen Pfeilmarkierungen auf der Bahn orientieren. "Wenn man den Kopf beim Abwurf nach oben reißt, bekommt man schnell Nackenschmerzen", warnt die Verbandssprecherin.
Für den Anlauf genügen in der Regel vier Schritte. Die Kugel wird zunächst auf Brusthöhe gehoben. Beim ersten Schritt streckt man den Arm mit der Kugel nach vorn, beim zweiten schwingt er am Oberschenkel vorbei nach hinten und beim dritten wird er wieder nach vorn bewegt. "Mit dem vierten Schritt wird der Ball abgeworfen und der Spieler gleitet aus, um den Schwung nicht abrupt zu stoppen", erklärt Göbel. So würden auch Rücken und Knie geschont.
Um Fehler zu vermeiden, rät die Verbandsvertreterin zu Trainingsstunden. "Der Bewegungsablauf muss stimmen, damit es nicht zu Fehlhaltungen und Beschwerden kommt", betont sie. Beim Abwurf müsse die Armmuskulatur zum Beispiel locker bleiben. "Wer sich steif an der Kugel festkrallt, kann einen 'Bowling-Arm' bekommen", warnt Göbel. Ähnlich wie beim "Tennis-Arm" seien dann Schmerzen und Entzündungen in Handgelenk, Ellenbogen oder Schultern die Folge. Außerdem sei ratsam, nebenbei einen Ausgleichssport zu betreiben, der den ganzen Körper gleichmäßig beanpruche. Schließlich werde beim Bowling nur eine Körperseite belastet.
Ganz billig ist das Vergnügen nicht. Schließlich muss für jedes Spiel eine Bahn aufgesucht werden. Die Preise variierten für Hobbyspieler meist zwischen zwei und fünf Euro pro Spiel, sagt Göbel. Spezielle Bowling-Schuhe bekommt man in der Regel für eine Leihgebühr. Vereinsspielern würden oft vergünstigte Preise gewährt. Weitere Informationen findet man auf der Website der "Deutschen Bowling Union":
dbu-bowling.com
(ddp/mid/esc)
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