Fitness

Sport mit Kindern

Was Eltern beachten sollten


Foto: ddp

Karlsruhe (ddp). Kinder brauchen Bewegung, so viel ist klar. Um die lieben Kleinen vom Sofa wegzulocken, spielen jedoch nicht nur Kindertagesstätte, Schule oder Verein eine Rolle. Auch Sport mit den Eltern könne für Kinder eine Vorbildfunktion haben, sagt Dr. Swantje Scharenberg, Geschäftsführerin des Forschungszentrums für Schulsport und Sport von Kindern und Jugendlichen (FoSS) an der Uni Karlsruhe. Bei gemeinsamen sportlichen Aktivitäten in der Familie sollten allerdings einige Punkte beachtet werden.

Entscheidend ist vor allem, dass der Nachwuchs Spaß an der Bewegung hat. Nur dann werde er auch ein Leben lang Sport treiben, sagt Scharenberg. Ein Spielplatz oder eine Hüpfburg hätten zum Beispiel einen so hohen Aufforderungscharakter, dass Kindern mit diesen einfachen Mitteln frühzeitig Bewegung schmackhaft gemacht werden könne.

Für den sportlichen Einstieg ist nach Angaben der Privatdozentin vor allem Vielseitigkeit ratsam: "Kinder sollten nicht gleich auf eine Sportart festgelegt werden." Zudem sei ein eher spielerischer Zugang zu empfehlen. So wecke etwa jede Art von Ballspiel an der frischen Luft schnell Begeisterung, sagt Scharenberg. Auch angeleitetes Eltern-Kind-Turnen eigne sich gut als erster Kontakt mit dem Sport, weil die Kinder zusammen mit den Eltern vielfältige Bewegungsmuster kennenlernen könnten. Ihren Ehrgeiz sollten Mutti und Vati aber besser zügeln. Wenn Eltern zu Pseudo-Trainern der eigenen Kinder würden, machten sie meist mehr kaputt, als sie erreichten, sagt Scharenberg.

Die angemessene körperliche Belastung für das Kind zu finden, ist für die Eltern nicht immer einfach. Oft würden Kinder in ihrer Leistungskraft schlichtweg überschätzt, betont die Sportwissenschaftlerin: "Man darf nicht vergessen, dass man es nicht mit kleinen Erwachsenen zu tun hat." Klassische Erwachsenensportarten wie längere Wander- oder Fahrradtouren, Krafttraining mit Gewichten oder Marathon kämen daher für gemeinsame Eltern-Kind-Aktionen eher nicht in Frage. Gut geeignet seien hingegen Schwimmen und Spiele im Wasser sowie Ballspiele jeglicher Form.

Zu beachten sei auch, dass sich Kinder noch nicht so lange auf eine Aktivität konzentrieren könnten wie Erwachsene, betont Scharenberg. Um ihre Aufmerksamkeit zu binden, ist Abwechslung gefragt. Besonders empfehlenswert für Kinder sind zudem nach Scharenbergs Angaben sportliche Aktivitäten, bei denen sämtliche motorischen Grundeigenschaften wie Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination gleichermaßen gefordert sind. Das Muskel- und Skelettsystem des Kindes werde so nachhaltig gestärkt. Vermieden werden sollten dagegen einseitige Belastungen.

Vor dem Einstieg in das regelmäßige Training einer Sportart sollten Eltern für ihre Kinder zudem nach Scharenbergs Rat einen Termin beim Kinderarzt, Orthopäden oder bei einem Sportmediziner vereinbaren, um etwaige körperliche Einschränkungen abzuklären.

(ddp)


Erschienen am 05.06.2009


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