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CFC auf dem Sprung nach oben?

Drittligist Chemnitzer FC setzt am Samstag um 14 Uhr gegen Heidenheim die Saison fort

Chemnitz. Das Matschwetter der vergangenen Tage konnte der Spielfläche im Stadion Gellertstraße nichts anhaben. Nach Aussage von CFC-Sprecher Sven-Uwe Kühn wird die Partie gegen den 1. FC Heidenheim am Samstag definitiv stattfinden. "Auch mithilfe der Rasenheizung, die seit Wochenbeginn in Betrieb war", sagte Kühn. Nach Lage der Dinge werden die Himmelblauen mit ihrem Neu- zugang Anton Fink auflaufen. Die Spielgenehmigung für den 24-jährigen Angreifer vom Karlsruher SC sei rechtzeitig eingetroffen.

Gespannt auf den weiteren Saisonverlauf ist auch die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. "Ich drücke die Daumen, dass der CFC an die letzten Spiele vor der Winterpause anknüpfen kann und mit dem Rückenwind aus dem Sachsen-Pokal erfolgreich in die Rückrunde startet", erklärte die 49-Jährige im Rückblick auf den 2:0-Sieg von vergangener Woche in Heidenau. Heidenheim sei zwar kein einfacher Gegner, mit dem Heimvorteil vielleicht aber leichter zu knacken. "Und die Himmelblauen haben sich nicht nur verstärkt, sondern auch ihre Fans hinter sich", so Ludwig. Das Ziel für die erste Saison in Liga drei könne nur Klassenerhalt lauten. "Jeder Platz, den es weiter nach oben geht, ist ein Erfolg", ergänzte die OB. Zur Frage, wann der CFC den Sprung in die zweite Liga schaffen könnte, sagte sie: "Den Zeitplan dafür hat Gerd Schädlich im Kopf."

Auch Sportbürgermeister Philipp Rochold hält sich bei diesem Thema zurück. "Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um die 2. Bundesliga ins Visier zu nehmen, wissen Trainer Gerd Schädlich und Präsident Mathias Hänel sicher am besten", bemerkte Rochold. Für die bevorstehenden Punktspiele hofft er, dass der CFC "den Schwung aus den gewonnenen Vorbereitungsspielen und dem Sachsenpokal mit in den Liga-Alltag nehmen kann". Er gehe davon aus, dass die Himmelblauen frühzeitig die noch notwendigen 20 Punkte für den Klassen- erhalt einfahren werden.

Nach Auffassung von Uwe Bauer ist ein einstelliger Tabellenplatz - Rang acht oder neun - für den CFC realistisch. Der Vorstand der Firma Aetka, die Hauptsponsor des Clubs ist, denkt mit großem Vergnügen an die letzte Partie vor der Winterpause gegen Saarbrücken (1:0) zurück. "Diese 90 Minuten haben an die euphorischen Spiele im Aufstiegsjahr erinnert. Der CFC hat sich gegen Saarbrücken als eingespieltes Team präsentiert", sagte Bauer. In der ersten Phase der Saison habe er das Gefühl gehabt, dass die Mannschaft nervös aufgetreten ist, was zu Verkrampfungen führte. "Zum Schluss haben die Spieler jedoch immer besser zueinander gefunden." Eine Prognose, wann der CFC reif für den Zweitliga-Aufstieg ist, verkneift sich Bauer. "Die Ziele werden vom Präsidenten und vom Trainer ausgegeben. Beide machen einen super Job", so der Aetka-Vorstand. Eines stehe fest: "Sehr langfristig sollte man in Sachen Aufstieg nicht denken. Chemnitz gehört allein schon wegen seiner sportlichen Traditionen in die 2. Bundesliga."

Als Aufsteiger sei es zunächst wichtig, die Klasse zu halten - und dies so früh wie möglich, meint Eberhard Alles, Kanzler der Technischen Universität Chemnitz. "Ein sicherer Mittelfeldplatz am Ende der Saison wäre daher ein großer Erfolg", ist Alles überzeugt. Mit 26 Punkten aus 21 Spielen habe die Mannschaft bisher eine bessere Saison bestritten, als es der 15. Tabellenplatz aussagt. Mittelfristig gehöre der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Chemnitz mit dem CFC in die 2. Bundesliga. "Allerdings lassen sich Aufstiege nicht planen. Der Verein sollte weiterhin sportlich wie wirtschaftlich mit Kontinuität auf das Ziel hinarbeiten, dann wird sich die Chance auch ergeben", betonte der TU-Kanzler. Er ist Mitglied des Wirtschaftsbeirates des CFC. Hat er das Gefühl, dass die einheimische Wirtschaft den Fußballclub ausreichend unterstützt? "Die Unterstützung ist in den vergangenen Jahren sicher gewachsen, sonst wäre die positive Entwicklung des CFC nicht möglich gewesen", erklärte Alles und fügte hinzu: "Wenn wir mittelfristig höhere Ziele anstreben wollen, nämlich das Erreichen der 2. Bundesliga, dann wird sich auch die wirtschaftliche Basis des Vereins weiter verbessern müssen."

Optimistisch blickt Bernd Kraus, Vorsitzender des Fußball-Kreisverbandes Chemnitz, dem Frühjahr entgegen. "Ich bin der Meinung, dass der CFC beizeiten nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben wird. Die Mannschaft wird einen gesicherten Mittelfeldplatz erreichen", prophezeit Kraus. Dies sei dann wiederum eine gute Ausgangsposition, um den Blick ab der kommenden Saison weiter nach oben zu richten. "Wenn auch in Zukunft kontinuierlich gearbeitet wird und Leistungsträger wie Ronny Garbuschewski gehalten werden, ist der Aufstieg in gut zwei Jahren möglich", so Kraus.

Service:

Ausschnitte von der Partie des CFC gegen Heidenheim werden ab 18 Uhr in der ARD-Sportschau gezeigt.

 
erschienen am 20.01.2012 ( Von Mario Schmidt )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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