Menü

Themen:

 
Kathleen Schöppe kehrte nach einer Pause mit unerwartet starken Auftritten in das Chemnitzer Bundesligateam zurück.

Foto: Wolfgang Schmidt Bild 1 / 2

Derby mit Überraschungen

In der Gewichtheber-Bundesliga bezwang der Chemnitzer AC wie erwartet das Athletenteam Vogtland. Damit ist die Finalteilnahme vor heimischer Kulisse gesichert.

Von Martina Martin
erschienen am 18.01.2016

Chemnitz. Das Publikum half verbal kräftig mit, als Kathleen Schöppe enorm kämpfte, um ihre Last im dritten Stoßversuch nach oben zu wuchten. Nachdem sie die 116 Kilogramm geschafft hatte, lächelte sie dankbar den Fans zu, die sie euphorisch feierten. Denn mit dieser Leistung der 33-Jährigen war vorher nicht zu rechnen. Nach sechs gültigen Auftritten erreichte sie im Team des Chemnitzer AC (CAC) mit 117 Punkten nach den Olympiakandidaten Max Lang (147,0) und Robby Behm (127,0) das drittbeste Ergebnis. Mit dem Erfolg (703,6:485,6) gegen das Athletenteam Vogtland sicherte sich der CAC endgültig den Einzug ins Finale, das am 20. März vor heimische Kulisse stattfindet.

"Kathi hat einen Superwettkampf gemacht, da kann man nur staunen", zeigte sich auch CAC-Trainer Andreas Rehwagen von Kathleen Schöppe beeindruckt. Eigentlich gehörte sie in dieser Saison nicht mehr zum Aufgebot, blieb der Mannschaft aber als Betreuerin erhalten. Offiziell hatte die erfolgreichste Chemnitzer Heberin, die unter anderem zweimal EM-Bronze gewann, zu Jahresbeginn ihre Karriere beendet. Doch um sich fitzuhalten, ist sie weiter sportlich aktiv, probiert sich beispielsweise beim Crossfit aus, widmet sich ebenso regelmäßig den Hanteln. Als im November aus Verletzungs- und Krankheitsgründen kurzfristig personeller Notstand herrschte, wurde sie wegen einer Rückkehr angesprochen. Sie half aus und überzeugte auf Anhieb, nannte es damals aber selbst eine Ausnahme.

Routiniers neue Konkurrenten

Da die Besetzungssorgen blieben, absolvierte sie nun bereits den dritten Vergleich, wobei sie sich stetig steigerte. "Dieses Mal wollte ich aber auch für mich sehen, wo ich stehe, was mein Körper noch im Wettkampf schaffen kann", meinte Kathleen Schöppe, die als Verwaltungsfachangestellte arbeitet, sichtlich zufrieden. Denn inzwischen erwacht auch ihr Ehrgeiz so langsam von Neuem, trainiert sie nicht mehr nur ab, sondern für ein neues Ziel: 2017 möchte sie gemeinsam mit Hendrik Wetzel, gleichfalls 33, an der Masters-Olympia in Australien teilnehmen. Ihr langjähriger Weggefährte, der im Dezember 2013 seinen bis dato letzten Bundesligawettkampf bestritt, feierte am Sonnabend gleichfalls ein überraschendes Comeback. In der Sachsenliga standen für den Großhandelskaufmann gleich einmal 105,6 Punkte zu Buche - und Steigerungspotenzial war unübersehbar. Beide Routiniers beleben somit plötzlich den Konkurrenzkampf im Bundesligateam. Deshalb stellt auch Coach Andreas Rehwagen mit Blick auf das Finale klar: "Wer dann die beste Leistung bringt, der hebt."

Edgar Jerke überragend

Indes beschäftigen die Vogtländer derartige "Luxusangelegenheiten" nicht, obwohl Heber aus den Vereinen Atlas Plauen und TSG Rodewisch das Team bilden. Die Gäste mussten mit Benjamin Meisel und Marcel Hinkelmann auf zwei ihrer Asse aus beruflichen Gründen verzichten, ließen deshalb auch den Polen Robert Dolega nicht extra anreisen. "Ihn brauchen wir für die noch kommenden Kämpfe, bei denen wir uns mehr ausrechnen", begründete Teamchef Bernd Schmiedel auch aus finanzieller Sicht.

Seine Truppe, die bereits den Klassenerhalt sicherte, zeigte sehr solide Leistungen. Allen voran Edgar Jerke, der mit seinen 124,4 Zählern erneut zum überragenden Akteur avancierte. "Es lief sehr gut für mich. Ich wollte unbedingt wieder sechs Gültige, das ist ein Zeichen für Stabilität", freute sich der Luckenwalder, der bereits seit 2005 für die Plauener hebt. Trotz Vollzeitjob in einem Versorgungsunternehmen und Training nebenher gelang ihm kurz vor Weihnachten gegen Meißen ein bemerkenswerter persönlicher Punkterekord (146). Jetzt ist auch er in der Phase des Neuaufbaus, dabei weiter voll ambitioniert und mit viel Spaß dabei. Davon zeugten auch seine emotional geprägten und sympathischen Auftritte, für die ihn auch die Chemnitzer Zuschauer besonders feierten.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0
Lesen Sie auch:
  • 06.07.2016
  • freiepresse.de
  • Chemnitz
Kristin Schmidt
Chemnitzerin mit Titel und Rekord zur Jugend-EM  

Sie wandelt sogar schon auf den Spuren der zweifachen Olympiastarterin Julia Schwarzbach, der erfolgreichsten deutschen Gewichtheberin des Jahrzehnts: ... weiterlesen

  • 04.07.2016
  • freiepresse.de
  • Plauen
Gold für Tom Ritter vom AC Atlas  

Plauen/Forst. Bei der Deutschen Meisterschaft der Jugend im Gewichtheben in Forst holte sich Tom Ritter vom AC Atlas in der Kategorie bis 56 Kilogramm Gold. Damit ... weiterlesen

  • freiepresse.de
  • Reichenbach
Gewichtheben - Rodewischer startet bei der Jugend-EM  

Rodewisch. Raphael Friedrich von der TSG Rodewisch fiebert seinem ersten großen internationalen Einsatz entgegen. Der 14-jährige Gewichtheber vertritt Deutschland ... weiterlesen

  • freiepresse.de
  • Auerbach
Gewichtheben - Drei Medaillen für TSG Rodewisch  

Görlitz. Die Gewichtheber der TSG Rodewisch haben bei der Sachsenmeisterschaft am Samstag in Görlitz zweimal Gold und einmal Silber gewonnen. Für die Titelgewinne ... weiterlesen

 
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)

 
 
 
 
 
 
am meisten ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Unsere Top-News bei Whatsapp & Co.

MorePixels/istockphoto.com

Weitere Informationen finden Sie hier

 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm