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Ein Kumpeltyp mit harter Hand

Fußball: Wie der neue Trainer Stefan Persigehl den Reichenbacher FC wieder in die Bezirksliga führen will

ReichenbachBeim Bezirksliga-Absteiger Reichenbacher FC ist Stefan Persigehl (50) nicht nur der neue Trainer, sondern auch ein Hoffnungsträger. Vor dem ersten Training am kommenden Dienstag sprach Monty Gräßler mit dem einstigen Bundesliga-Spieler, der in Falkenstein eine Versicherungsagentur betreibt.

Freie Presse: Dem Reichenbacher FC steht eine ganz wichtige Saison bevor. Haben Sie sich die Worte für Ihre erste Ansprache vor der Mannschaft schon zurechtgelegt?

Stefan Persigehl: Da ich schon die Möglichkeit hatte, mit den Jungs zu sprechen, bevor sie in die Sommerpause gegangen sind, gibt es eigentlich nicht mehr viel zu reden. Es geht für alle bei Null los. Das ist ja auch oft der Vorteil, wenn jemand von außen geholt wird. Jeder Spieler bekommt bei mir seine Chance. Das wird die Mannschaft insgesamt nach vorn bringen. Ich freue mich auf diese Herausforderung.

Wie wird die Vorbereitung auf die neue Saison in der Vogtlandliga aussehen?

So viel Zeit bleibt uns bis zum ersten Pflichtspiel ja nicht. Von daher wird viel in spielerischer Form passieren. Man kann auch mit dem Ball die Grundlagen schaffen, das ist meine Philosophie. Außerdem hilft mir das, um die Fähigkeiten der Spieler schnell kennenzulernen.

Das Präsidium hat drei Tage nach dem Absturz aus der Bezirksliga den Wiederaufstieg als Ziel ausgegeben. Wie gehen Sie damit um, dass sich die Gegner gegen den RFC unter Umständen besonders ins Zeug legen?

Darauf werden wir die Mannschaft einstellen. Ziel muss es sein, die Gegner von der ersten Minute an zu Fehlern zu zwingen. Reichenbach gehört in die Bezirksliga, aber wir wissen, dass es eine harte Saison wird, weil gegen uns jeder 110 Prozent gibt. Da muss man mental gut drauf vorbereitet sein.

Haben Sie da Geheimtipps aus Ihrer aktiven Zeit parat?

Nein. Es geht in erster Linie über Fleiß, Einsatz und Disziplin. Jeder muss sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Das ist im Prinzip eine ganz einfach Sache, da muss man den Fußball nicht neu erfinden.

Das klingt jetzt eher nach harter Hund als nach Kumpeltyp.

Der Kumpeltyp war ich in gewisser Weise bis zuletzt, weil ich noch selber mitgespielt habe. Mein Ansatz ist es, den Jungs einiges abzufordern, ohne dass dabei der Spaß verloren geht. Ich werde einfach versuchen, der Mannschaft das leistungsorientierte Denken, das ich selber über die ganzen Jahre verinnerlicht habe, rüberzubringen.

Sie haben mit Schöneck überraschend Platz 5 in der Vogtlandliga geschafft und munter nach vorn gespielt. Dürfen sich jetzt auch die Fans in Reichenbach auf diesen Stil freuen?

Wer mich kennt, weiß, dass meine Mannschaften immer angriffsorientiert auf den Platz gehen. Welches System genau man spielt, hängt natürlich auch davon ab, welche Leute man zur Verfügung hat. Von daher ist es sehr positiv, dass in Reichenbach die Mannschaft beinahe komplett zusammenbleibt.

Was heißt beinahe komplett?

Neben Marcel Kramer, dessen berufsbedingter Abgang schon länger feststand, hat sich bisher nur Paul Bier abgemeldet. Dazu kommt, dass mir Carlo Kästner künftig als Co-Trainer zur Seite steht. Neu dabei sind die jungen Normen Schubert und Randy Petzoldt, die vom SVKirchberg dazustoßen.

Im Gegensatz zu Ihrer Mannschaft kennen Sie die Vogtlandliga bestens. Wen haben Sie als möglicherweise härtesten Titel-Konkurrenten auf dem Zettel?

Ich rechne ganz stark mit Kotten-grün. Schreiersgrün hat sich in der Rückrunde gefestigt, auch Werda und Auerbach II können eine gute Rolle spielen, ebenso Stahlbau Plauen. Aber vielleicht mischt auch wieder eine Mannschaft vorne mit, mit der noch niemand rechnet.

Wird sich der RFC an eine - sagen wir mal rustikalere - Spielweise gewöhnen müssen?

Die Spieler wissen, dass es hier und da vielleicht etwas kampfbetonter zugehen wird. Aber insgesamt sehe ich zwischen der Bezirksliga und der Bezirksklasse, also der jetzigen Vogtlandliga, die Unterschiede gar nicht so groß. Entscheidend wird für uns, immer den Tick besser zu sein. Und das geht nur über hartes Training.

Sie sagten, die Aufgabe in Reichenbach reizt Sie vor allem wegen des Neuanfangs mit jungen Spielern. Der RFC hatte voriges Jahr aber gar keine A-Jugend und der RFC II stieg auch ab?

Wissen Sie, ich habe mir vor zwei Wochen das Pokalfinale der B-Jugend in Jößnitz angeschaut. Die Jungs, die dort das Double für den RFC geholt haben, können in zwei Jahren in der ersten Männermannschaft Fuß fassen. Ich will mithelfen, ihnen möglichst eine gute Perspektive im Verein zu bieten.

 
erschienen am 06.07.2012
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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