Foto: Javier Soriano

"El gran duelo" zwischen Messi und Ronaldo

Das Duell der beiden Weltstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo beim Länderspiel zwischen Argentinien und Portugal steht im Mittelpunkt des Großkampftages am heutigen Mittwoch. Zur Neuauflage des WM-Finales von 1998 kommt es zwischen Frankreich und Brasilien. Weltmeister Spanien will gegen Kolumbien Wiedergutmachung für zwei zuletzt deftige Pleiten betreiben.

"El gran duelo" der beiden Fußball-Weltstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, die Neuauflage des WM-Finales von 1998 zwischen den Südafrika-Versagern Frankreich und Brasilien sowie der zuletzt gleich doppelt gedemütigte Weltmeister Spanien beim Versuch der Wiedergutmachung: Der Länderspiel-Großkampftag am heutigen Mittwoch mit 24 weiteren Begegnungen neben dem Klassiker Deutschland gegen Italien bietet reichlich Brisanz.

"Für mich ist Messi ein Gegner wie jeder andere auch"

Im Blickpunkt steht vor allem das Aufeinandertreffen von Messi und Ronaldo beim Kräftemessen zwischen Argentinien und Portugal im neutralen Genf (21.00 Uhr). Wie beim spanischen Meister FC Barcelona soll Weltfußballer Messi auch beim zweimaligen Weltmeister als Mittelstürmer auftrumpfen. "Er wird als Neuner spielen, denn dort kommen die Bälle hin - und das wollen wir maximal ausnutzen", sagte der argentinische Nationaltrainer Sergio Batista.

Der Nachfolger von Diego Maradona hofft, dass Messi seine Knipser-Qualitäten auch bei den Gauchos zeigt und endlich die erhofften Glanzvorstellungen im Nationaltrikot bietet. In der Primera Division erzielte der 23-Jährige am vergangenen Samstag bei Barcas 3:0 gegen Atletico Madrid alle drei Treffer. Im Kampf um die Pichichi-Trophäe des besten Torjägers in La Liga liegt Messi mit 24 Toren an der Spitze - gleichauf mit Cristiano Ronaldo.

Den Portugiesen lässt der Hype um Messi zumindest äußerlich kalt. "Ich habe keine Zwangsvorstellungen, Neid oder direkte Rivalität mit Messi. Für mich ist er ein Gegner wie alle anderen auch", sagte der 26-Jährige vor dem Duell der schillernden Stars. Im Innern von Cristiano Ronaldo sieht es wohl etwas anders aus. Der Stachel der 0:5-Pleite mit Real Madrid gegen Barcelona sitzt noch tief. Bei der Weltfußballer-Wahl missachtete der Iberer, der für Real-Generaldirektor Jorge Valdano "der Alfredo Di Stefano des 21. Jahrhunderts" ist, Messi konsequent.

Blanc will keine Querulanten mehr

Auf der Suche nach altem Glanz sind Frankreich und Brasilien im Stade de France, wo die Equipe Tricolore dem Rekordweltmeister am 12. Juli 1998 im WM-Finale mit 3:0 eine seiner empfindlichsten Niederlage zugefügt hatte. Bei den Franzosen verzichtet Nationaltrainer Laurent Blanc auf Südafrika-Rebellen wie Franck Ribery vom deutschen Meister Bayern München oder Patrice Evra. Brasiliens Coach und Dunga-Erbe Mano Menezes lässt Kaka weiter außen vor.

Blanc will keine Querulanten, sondern vielmehr Spieler wie Yoann Gourcuff, Alou Diarra und Loic Remy stärken. "Ich weiß um ihre Qualitäten - auch wenn sie diese zuletzt nicht immer gezeigt haben. Es ist auch meine Aufgabe, ihr Selbstbewusstsein zu stärken", sagte der Nachfolger von Raymond Domenech.

Bei Brasilien kehrt Torhüter Julio Cesar vom italienischen Triple-Gewinner Inter Mailand zurück. Zudem setzt Menezes auf die Bundesliga-Profis Renato Augusto von Bayer Leverkusen und den Münchner Breno.

"Ich bin euer Kumpel"

Welt- und Europameister Spanien will im Bernabeu-Stadion von Madrid gegen Kolumbien (20.30 Uhr) Wiedergutmachung für das 1:4 in Argentinien sowie das 0:4 in Portugal betreiben. "So etwas darf uns nicht noch einmal passieren. Ich denke, dass meine Spieler die notwendige Reaktion zeigen werden", sagte Coach Vicente Del Bosque.

Wegen einer Verletzung fehlen wird Innenverteidiger Carles Puyol, der im WM-Halbfinale gegen Deutschland das entscheidende Tor erzielte. Für Glamour im Umfeld der Partie sorgt Abwehrspieler Gerard Pique, der am Dienstag seine Beziehung zur zehn Jahre älteren kolumbianischen Pop-Sängerin Shakira bestätigte.

Englands Nationaltrainer Fabio Capello geht vor dem Länderspiel der Three Lions in Dänemark (20.00 Uhr) auf Kuschelkurs zu den Premier-League-Klubs. "Ich bin euer Kumpel", wird der Italiener in der Boulevardzeitung The Sun zitiert. Capello versprach die Nationalspieler, "nicht zu verheizen". Hintergrund ist die Verletzung von Steven Gerrard beim letzten Länderspiel gegen Frankreich.

Vize-Weltmeister Niederlande empfängt in Eindhoven (20.30 Uhr) Deutschlands EM-Qualifikationsgegner Österreich. Bondscoach Bert van Marwijk setzt unter anderem auf das Trio Ruud van Nistelrooy, Eljero Elia und Joris Mathijsen vom Hamburger SV sowie Stürmer Klaas-Jan Huntelaar von Schalke 04.

 
erschienen am 09.02.2011
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