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Enduro-Veranstalter setzen Ultimatum

Die Deutsche Enduro-Meisterschaft steht vor dem Aus - damit droht auch "Rund um Zschopau" dieses Jahr auszufallen.

Von Sebastian Siebertz (mit ritz)
erschienen am 11.01.2016

Chemnitz/Zschopau. Aufgrund einer Namensänderung eskaliert derzeit ein heftiger Streit im deutschen Endurosport. Der Deutsche Motorsportbund (DMSB) sieht sich der Kritik von Fahrern ausgesetzt, und die Veranstalter der Deutschen Enduro-Meisterschaft (DEM), zu der auch "Rund um Zschopau" gehört, setzen den Verband nun unter Druck: Der DMSB soll die vergangenes Jahr beschlossene "neue Prädikatsstruktur" rückgängig machen - oder die DEM-Läufe finden nicht statt. Eine von allen Veranstaltern unterzeichnete Petition ging am Montag beim DMSB ein. Bis zum 26. Januar wird eine Reaktion gefordert.

Im Grunde geht es in dem Streit darum, dass es nur noch einen Deutschen Meister im Enduro geben soll. Bisher sind es drei, geordnet nach Klassen, die von der Motorisierung der Maschinen abhängen. Wer klassenübergreifend der Beste war, durfte sich Sieger des Internationalen Enduro-Championats nennen. Nach der "neuen Prädikatsstruktur" soll sich ab diesem Jahr nur noch Letzterer als Deutscher Meister bezeichnen, die drei Klassensieger tragen den Titel "DMSB-Meister". Der Dachverband will mit den Änderungen motorsportübergreifend einheitliche Strukturen schaffen. "In allen Bereichen des Motorsports gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt einfach zu viele verschiedene Bezeichnungen", erklärte DMSB-Sportdirektor Michael Günther vergangenen Sommer die Entscheidung. "Es war an der Zeit, hier eine einheitliche Struktur zu schaffen, die für jeden leicht nachvollziehbar ist."

Vor Weihnachten bereits protestierten Piloten. Ihre Befürchtung: Wenn sie sich nicht mehr Deutscher Meister nennen dürfen, bleiben die Sponsoren fern. Dies hat wiederum die DEM-Veranstalter hellhörig werden lassen. "Können sich die semiprofessionellen Fahrer nicht mehr ordentlich vermarkten, nehmen weniger von ihnen teil", sagt André Rudolph, Fahrtleiter von "Rund um Zschopau". Schrumpft das Feld, fehlen die Startgelder, und damit lassen sich die DEM-Läufe nicht mehr finanzieren, heißt es in der Petition.

Für "Rund um Zschopau" ist diese Problematik nicht so verheerend, da die Finanzierung mit den jährlich rund 300 Hobbyfahrern gesichert ist. "Das ist aber nur hier so. Wir erklären uns mit den anderen solidarisch", meint Rudolph. Das bedeutet auch, dass das für Oktober geplante Traditionsrennen auf der Kippe steht. "Wir haben das im Verein noch nicht besprochen, aber ich halte eine Pause für denkbar oder eben eine Durchführung ohne Prädikat", sagt Rudolph, der im Motorsport- Club "Rund um Zschopau" stellvertretender Vorsitzender ist.

Er geht davon aus, dass der DMSB auf die Petition reagiert: "Er braucht die Gelder, die er durch die Lizenzvergabe einnimmt." Wer in der DEM starten will, benötigt nämlich den vom DMSB ausgestellten Nachweis der fahrerischen Qualifikation. Der Verband wollte sich am Montag eine Anfrage bezüglich der Petition noch nicht äußern.

 
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