Rooney war nach Besuch in Auschwitz tief bewegt

Foto: MICHAEL REGAN (AFP)

Englisches Team besucht Auschwitz: Rooney bewegt

Tief bewegt war Englands Fußball-Star Wayne Rooney nach dem Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau am Freitag. "Es ist schwer zu verstehen. Ich bin selbst Vater, und man sieht, wie viele Kinder hier umgebracht wurden. Man sieht die unzähligen Kinder-Kleider und -Schuhe, das ist wirklich erschütternd", sagte der Torjäger des englischen Vize-Meisters Manchester United.

Verbandschef David Bernstein und Teammanager Roy Hodgson führten eine Gruppe von Spielern an, die von ihrem Quartier in Krakau nach Auschwitz gefahren war. Bernstein und Hodgson zündeten zum Gedenken an die Opfer des Holocausts Kerzen an.

Zu den Spielern gehörten außer Rooney unter anderem Torhüter Joe Hart und Andy Carroll. Rund 90 Minuten hielten sich die Asse der Three Lions in der Gedenkstätte auf. Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war während der nationalsozialistischen Diktatur das größte Vernichtungslager des NS-Regimes. Schätzungen zufolge wurden dort etwa 1,3 Millionen Menschen ermordet.

Schon vor der Abreise nach Polen hatten sich mehrere Spieler der Three Lions mit dem Holocaust-Überlebenden Zigi Shipper getroffen. "Während seiner Erzählungen hätte man eine Stecknadel fallen hören können. Ich musste mehrfach schlucken", sagte Hart von Meister Manchester City. Ein Teil der englischen Delegation hatte zudem die ehemalige Fabrik von Oscar Schindler in Krakau besichtigt.

England war die vierte Mannschaft, die vor der EM in Polen und der Ukraine in Auschwitz der Opfer des Holocausts gedachte. Am Donnerstag hatten italienische und niederländische Spieler das frühere Konzentrationslager besucht, eine Woche zuvor waren Deutschlands Kapitän Philipp Lahm sowie die beiden in Polen geborenen Spieler Lukas Podolski und Miroslav Klose mit einer Delegation um DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw nach Auschwitz gereist.

Der Besuch der beiden Gedenkstätten war Teil einer Partnerschaft zwischen dem englischen Verband und dem Holocaust Educational Trust (HET) - einer britischen Stiftung zur Aufklärung über den Holocaust, die im Jahr 1988 gegründet worden war.

 
erschienen am 09.06.2012
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